Bild folgtKI-generierte IllustrationUtricularia minor
Auch bekannt als: Kleiner Wasserschlauch, petite utriculaire
Artengruppe
An seinen zierlichen, schwefelgelben Lippenblüten, die wie winzige Orchideen an dünnen Stängeln aus dem Wasser ragen, lässt sich der Kleine Wasserschlauch (Utricularia minor) sofort erkennen. Diese faszinierende Pflanze ist eine Bereicherung für jeden Naturteich, da sie als spezialisierter Jäger unter Wasser für ein biologisches Gleichgewicht sorgt. Durch ihre Lebensweise in extrem nährstoffarmen Gewässern besetzt sie eine ökologische Nische, die heute selten geworden ist und auf der Roten Liste steht. In deinem Garten hilft sie dabei, das Wasser klar zu halten und bietet einen spannenden Einblick in die Welt der fleischfressenden Pflanzen. Wenn du ein Herz für seltene heimische Arten hast, ist dieser kleine Überlebenskünstler genau die richtige Wahl für dich.
Zierlicher Jäger im Naturteich: Einzigartige Biologie auf nur 13 Zentimetern.
Der Kleine Wasserschlauch übernimmt eine wichtige Rolle im Ökosystem kleiner Gewässer, indem er als Prädator (Räuber) die Bestände von Kleinstlebewesen reguliert. Nach aktuellen ökologischen Erkenntnissen besiedelt er Standorte, an denen andere Arten aufgrund des Nährstoffmangels nicht existieren können. Mit dem Status der Roten Liste 3 (gefährdet) ist jede Ansiedlung im Garten ein aktiver Beitrag zum Erhalt dieser bedrohten Art in Mitteleuropa. Seine Diasporen (Ausbreitungseinheiten) sind mit 1,5 mg sehr leicht, was eine Fernausbreitung durch Wind oder durch Anhaften an Wasservögeln ermöglicht. So trägt die Pflanze zur Vernetzung seltener Moor-Lebensräume bei.
Der Kleine Wasserschlauch wird als nicht kindersicher eingestuft. Auch wenn keine akuten Vergiftungen bekannt sind, sollte die Pflanze aufgrund ihrer Seltenheit und zum Schutz der empfindlichen Ökosysteme nicht verzehrt oder beschädigt werden. Achte bei der Gartenarbeit darauf, dass Kinder die Pflanze im Teich nicht mit Spielzeug beeinträchtigen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jun – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.128 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Licht (Ellenberg 8): Platziere die Pflanze an einem vollsonnigen Standort in deinem Teich.
Feuchtigkeit (Ellenberg 11): Sie benötigt dauerhaft stehendes Wasser oder eine extrem nasse Sumpfzone.
Boden (Ellenberg 2): Wähle ein absolut nährstoffarmes Substrat, da die Pflanze ein Schwachzehrer (Magerkünstler) ist.
Wuchshöhe: Mit einer Höhe von genau 0,13 m ist sie ein sehr dezenter Bewohner der Wasseroberfläche.
Pflanzzeit: Setze die Pflanze am besten im Frühjahr zwischen März und Mai in den Teich ein.
Pflege: Vermeide jegliche Düngung im Teichumfeld, da Nährstoffeinträge der Pflanze schaden.
Überwinterung: Die Pflanze bildet zum Herbst Winterknospen (Turionen), die auf den Grund sinken und dort frostfrei überdauern.
Vermehrung: Die Ausbreitung erfolgt über die leichten Samen (1,5 mg) oder durch Teilung der Triebe.
Gute Partnerin: Das Sumpf-Blutauge (Comarum palustre) – es hat die gleichen Ansprüche an nährstoffarme, nasse Standorte und bildet einen schönen Kontrast.
Der Kleine Wasserschlauch gehört zur Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae) und ist als indigene Art in Deutschland, Österreich und der Schweiz beheimatet. Sein natürlicher Lebensraum sind extrem nährstoffarme Moore sowie kalkarme, stehende Gewässer, die oft als oligotroph (nährstoffarm) bezeichnet werden. Als krautige, nicht verholzte Pflanze bildet er keine Wurzeln aus, sondern treibt frei im Wasser oder verankert sich locker im Schlamm. Eine morphologische Besonderheit sind seine Fangblasen an den fein zerteilten Blättern, mit denen er Kleinstlebewesen durch Unterdruck in Millisekunden fängt.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →