Bild folgtKI-generierte IllustrationUtricularia vulgaris
Auch bekannt als: Utricularia vulgaris, utriculaire commune, Gewöhnlicher Wasserschlauch, Gemeiner Wasserschlauch
Artengruppe
Wer den Gewöhnlichen Wasserschlauch einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Mit seinen leuchtend gelben Blüten, die wie kleine Orchideen an Stielen aus dem Wasser ragen, ist er eine echte Erscheinung. Im Gartenteich ist diese Pflanze ein faszinierender biologischer Helfer, da sie als karnivore (fleischfressende) Art winzige Wasserorganismen fängt und so zur biologischen Klärung beiträgt. Von den feinen Unterwasserstrukturen profitieren vor allem die Larven heimischer Amphibien, die hier Schutz finden. Da die Art auf der Vorwarnliste der Roten Liste steht, holst du dir ein echtes Stück schützenswerte Natur nach Hause. Schau genau hin und entdecke einen der raffiniertesten Jäger im Pflanzenreich direkt in deinem Garten.
Faszinierender Unterwasser-Jäger mit goldgelber Blütenpracht für deinen Teich.
Als fleischfressende Wasserpflanze übernimmt der Wasserschlauch eine wichtige Regulationsfunktion im Mikro-Ökosystem deines Teiches. Er ernährt sich von Kleinstlebewesen wie Wasserflöhen und Rädertieren, was die Wasserqualität stabilisiert. In den dichten, untergetauchten Blattmatten finden die Larven des Bergmolchs (Ichthyosaura alpestris) oder des Teichmolchs (Lissotriton vulgaris) ideale Verstecke vor Fressfeinden. Die emporragenden Blüten dienen als Landeplatz für fliegende Insekten, die im Gartenbiotop nach Nahrung suchen. Da seine Samen mit nur 0.0283 mg extrem leicht sind, nutzt die Pflanze den Wind für die Fernausbreitung und besiedelt so neue Lebensräume.
Der Gewöhnliche Wasserschlauch ist als nicht kindersicher eingestuft. Auch wenn keine akuten Vergiftungsfälle bekannt sind, sollten Pflanzenteile nicht verschluckt werden. Achte bei der Gestaltung deines Gartenteiches generell auf die entsprechende Sicherung für Kleinkinder und Haustiere.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jun – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Blattlos
Pflanzenhöhe
0.368 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Standort (Ellenberg Lichtwert 7), damit die Pflanze genug Energie für die Blütenbildung ab Juni hat.
Setze die Triebe in stehendes oder sehr langsam fließendes Wasser (Ellenberg Feuchtewert 9).
Ein normaler Nährstoffgehalt im Teichwasser ist ideal (Ellenberg Nährstoffwert 5); vermeide jedoch übermäßige Düngung, um Algenbildung vorzubeugen.
Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von genau 0.37 m über der Wasseroberfläche.
Pflanzzeit: Setze Teilstücke im Frühling (März bis Mai) einfach ins Wasser aus.
Da er keine Wurzeln bildet, ist kein Einpflanzen in Substrat nötig; die Pflanze nimmt Nährstoffe über die Blätter und Fangblasen auf.
Zur Vermehrung sinken im Herbst Winterknospen auf den Grund und treiben im nächsten Frühjahr neu aus.
Gute Partnerin: Die Weiße Seerose (Nymphaea alba) – sie bietet ähnliche Standortansprüche und sorgt für eine leichte Beschattung des Wassers, während der Wasserschlauch dazwischen frei flottieren kann.
Der Gewöhnliche Wasserschlauch (Utricularia vulgaris) gehört zur Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae) in der Ordnung der Lippenblütlerartigen. Er ist in Mitteleuropa weit verbreitet und besiedelt bevorzugt stehende Gewässer wie Teiche und Gräben, die neutral bis schwach sauer sind. Eine morphologische Besonderheit ist das völlige Fehlen von Wurzeln; die Pflanze schwebt frei im Wasser. Die fein zerteilten Blätter tragen hunderte kleiner Fangblasen, die nach dem Unterdruck-Prinzip Beute in Millisekunden einsaugen, was ihm das Überleben in mäßig nährstoffreichen Habitaten ermöglicht.
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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