Bild folgtKI-generierte IllustrationVryburgia trionymoides
Wenn du in deinem Steingarten an den Wurzelhälsen von Fetthennen oder Hauswurz-Arten kleine, weiße Beläge entdeckst, hast du es vermutlich mit Vryburgia trionymoides zu tun. Diese Art gehört zur Familie der Schmierläuse, die ihren Namen den schützenden Wachsausscheidungen verdanken, die sie wie Mehl oder winzige Wattebausche einhüllen. Die Tiere selbst sind oval, nur wenige Millimeter groß und von einer blassrosa bis gräulichen Körperfarbe, die jedoch fast immer unter der weißen Wachsschicht verborgen bleibt. Als spezialisierte Pflanzensauger nutzen sie ihren Stechrüssel, um den zuckerhaltigen Saft aus dem Phloem – dem Leitgewebe der Pflanze, das Nährstoffe transportiert – zu gewinnen. Im Garten fallen sie oft erst auf, wenn sie sich bei warmer, trockener Witterung stark vermehren und die betroffenen Pflanzen im Wachstum stocken oder gelbliche Verfärbungen zeigen.
Der Lebenszyklus beginnt im Frühjahr, sobald die Bodentemperaturen steigen und die Wirtspflanzen austreiben. Die Weibchen legen ihre Eier in sogenannten Ootheken ab – das sind schützende Gelege, die in ein dichtes Geflecht aus Wachsfäden eingebettet sind. Aus diesen schlüpfen die beweglichen Nymphen, die auch als 'Crawler' bezeichnet werden, da dies das einzige Stadium ist, in dem sie aktiv neue Pflanzenteile besiedeln. Je nach Witterung können sich über die Sommermonate zwei bis drei Generationen entwickeln. Wenn die Tage im Herbst kürzer werden und die Temperaturen sinken, bereiten sich die Tiere auf die Überwinterung vor. Sie ziehen sich meist tief in die Blattachseln oder in die obersten Erdschichten nahe der Wurzeln zurück, wo sie in einer Art Kältestarre verharren, bis der nächste Frühling den Kreislauf erneut in Gang setzt.
Da Schmierläuse wie Vryburgia trionymoides die Vitalität deiner Gartenpflanzen schwächen können, ist Wachsamkeit geboten, aber kein Grund zur Sorge. Bitte verzichte vollständig auf chemische Insektizide, da diese auch nützliche Insekten schädigen. In einem ökologisch geführten Garten regeln natürliche Gegenspieler wie die Larven der Florfliege oder verschiedene Marienkäferarten den Bestand meist von selbst. Du kannst die Ansiedlung dieser Nützlinge fördern, indem du wilde Ecken mit heimischen Wildblumen stehen lässt. Bei einem punktuellen Befall an getopften Sukkulenten hilft es oft schon, die Tiere vorsichtig mit einem in Wasser getauchten Tuch abzuwischen oder die betroffenen Stellen mit einem gezielten Wasserstrahl abzuspülen. Achte darauf, befallene Pflanzen nicht zu überdüngen, da ein Überangebot an Stickstoff das Pflanzengewebe weich und damit anfälliger für saugende Insekten macht.
Vryburgia trionymoides gehört innerhalb der Ordnung der Schnabelkerfe zur Familie der Pseudococcidae. Ein interessantes Merkmal dieser Gattung ist der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus, was bedeutet, dass Männchen und Weibchen völlig unterschiedlich aussehen: Während die Weibchen zeitlebens flügellos und larvenähnlich bleiben, sind die seltenen Männchen winzig, zweiflügelig und besitzen keine Mundwerkzeuge, da sie nur für die Paarung leben. Die Art bevorzugt als Wirtspflanzen vor allem Dickblattgewächse (Crassulaceae). Die Verbreitung im Garten erfolgt oft passiv durch den Wind oder durch Ameisen, die mit den Läusen in einer Symbiose leben. Die Ameisen schützen die Schmierläuse vor Fressfeinden und erhalten im Gegenzug Honigtau, eine zuckerreiche Ausscheidung der Läuse. Da Vryburgia trionymoides oft versteckt an den Wurzelansätzen lebt, bleibt sie lange unentdeckt, bis die Kolonien über die Erdoberfläche hinauswachsen.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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