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Mehr zur KI-TransparenzWarum Fledermäuse im Herbst seltener zu sehen sind: Erfahre mehr über Wanderung, Winterschlaf und einfache Möglichkeiten, sie im Garten zu unterstützen.
Wenn du ab September weniger Fledermäuse über dem Garten siehst, sind sie nicht unbedingt verschwunden. Viele wechseln vom Sommerquartier in ein Winterquartier; manche bleiben in der Region, andere ziehen weit nach Süden oder Südwesten. Im Winter sparen Fledermäuse Energie, weil ihre Insektennahrung knapp wird. Ein ruhiger Garten mit Hecken, Bäumen und vielen Insekten kann ihnen während der warmen Jahreszeit helfen, Nahrung und Fettreserven aufzubauen.
Im Frühjahr und Sommer nutzen viele Fledermäuse sogenannte Wochenstuben. Das sind Quartiere, in denen Weibchen ihre Jungen zur Welt bringen und gemeinsam aufziehen. Sie können sich beispielsweise in Gebäudespalten, Dachräumen oder Baumhöhlen befinden. Wenn die Jungtiere flügge werden, lösen sich diese Gemeinschaften nach und nach auf. Die Tiere verteilen sich, nutzen andere Quartiere und bereiten sich auf die kältere Jahreszeit vor. Das Fledermausjahr im Überblick beschreibt der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) Unterfranken als Wechsel zwischen Wochenstuben, Paarungs- und Zwischenquartieren sowie Winterquartieren.
Der Herbst ist deshalb nicht einfach eine Zeit, in der alle Fledermäuse gemeinsam „in den Winterschlaf gehen“. Die Tiere können zunächst ihr Quartier wechseln oder sich auf Wanderschaft begeben. Auch die Paarungszeit fällt bei vielen Arten in diese Phase. Laut LBV Unterfranken beginnt sie je nach Art bereits gegen Ende Juli oder im August und reicht bis in den Herbst. Die Weibchen können den Samen über die Winterruhe hinweg speichern; Befruchtung und Trächtigkeit setzen erst im Frühjahr ein.
Wie weit eine Fledermaus zieht, hängt von der Art ab. Manche bleiben vergleichsweise ortsnah, während andere große Strecken zwischen Sommer- und Winterquartier zurücklegen. Ein konkretes Beispiel ist die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii). Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) beschreibt für sie Wanderungen in südwestlicher Richtung durch Europa. Die weiteste dort angegebene nachgewiesene Strecke beträgt 1.905 Kilometer. Diese Zahl ist ein dokumentierter Höchstwert für diese Art – keine typische Strecke für jede Rauhautfledermaus und erst recht keine allgemeine Angabe für alle Fledermäuse.
Der entscheidende Engpass im Winter ist die Nahrung. Die heimischen Fledermäuse ernähren sich von Insekten; wenn davon nur noch wenige verfügbar sind, lässt sich der Energiebedarf durch aktive Jagd kaum decken. Der LBV erklärt den Winterschlaf deshalb vor allem als Anpassung an die nahrungsarme Jahreszeit. Sinkende Temperaturen spielen ebenfalls eine Rolle, aber Kälte allein erklärt nicht, warum Fledermäuse ihre Aktivität so stark herunterfahren.
Vor der Winterruhe fressen sich die Tiere Fettreserven an. Während des Winterschlafs senken sie ihre Körpertemperatur und drosseln Atmung und Herzschlag. Der LBV Naturschwärmer beschreibt, dass die Körpertemperatur dabei nur wenige Grad über der Umgebungstemperatur liegen kann und die Atmung auf ein bis zwei Atemzüge pro Minute sinkt. Diese Werte veranschaulichen die starke Absenkung des Stoffwechsels; sie sind keine festen Messwerte, die für jedes Tier und jedes Quartier gleichermaßen gelten.
Als Winterquartiere kommen je nach Art unter anderem Höhlen, Stollen, Keller, Felsspalten und geschützte Spalten an Gebäuden infrage. Für viele Quartiere sind frostfreie, kühle und feuchte Bedingungen wichtig. Die Tiere verbringen dort eine empfindliche Ruhephase, in der sie von ihren gespeicherten Reserven zehren. Ein Quartier muss dabei nicht für alle Arten gleich aussehen: Manche nutzen unterirdische Orte, andere enge Spalten oder Baumhöhlen.
| Jahresphase | Was bei vielen Fledermäusen geschieht | Was du im Garten beobachten kannst |
|---|---|---|
| Frühjahr und Sommer | Weibchen nutzen Wochenstuben zur Jungenaufzucht; die Tiere jagen Insekten. | Fledermäuse können in der Dämmerung über Grünflächen, an Hecken oder nahe Gewässern auf Nahrungssuche sein. |
| Spätsommer und Herbst | Wochenstuben lösen sich auf; Paarung, Quartierwechsel und Wanderungen finden statt. | Die Tiere können seltener oder zu anderen Zeiten auftauchen. Bei wandernden Arten beginnt der Weg ins Wintergebiet. |
| Winter | Viele Fledermäuse halten in geschützten Quartieren Winterschlaf oder Winterruhe und sparen Energie. | Weniger Beobachtungen im Garten sind normal; die Tiere sind nicht zwingend in der Nähe ihres Sommerquartiers. |
Die Zeitangaben sind nicht für jede Art identisch. Der LBV Unterfranken beschreibt den Winterschlaf in einer allgemeinen mitteleuropäischen Übersicht vor allem für die Monate November bis Februar. LBV Naturschwärmer nennt für den Bezug von Winterquartieren einen breiteren Zeitraum von Oktober bis Ende März. Das zeigt: Übergänge hängen unter anderem von Art, Witterung und Quartier ab.
Ein Garten ist nicht automatisch ein Winterquartier. Er kann aber Lebensraum und Jagdgebiet sein, vor allem in der wärmeren Jahreszeit. Damit unterstützt du die Bedingungen, unter denen Fledermäuse Insekten finden und vor dem Winter Reserven aufbauen können.
Erhalte vorhandene Hecken und Baumreihen. Die Rauhautfledermaus nutzt laut BfN lineare Landschaftselemente wie Hecken, Baumreihen und Gräben zur Orientierung auf ihren Wegen. Wo es sich einrichten lässt, erhältst du solche Strukturen oder ergänzt Lücken mit standortgerechten Gehölzen. Das ist besonders sinnvoll, wenn dein Garten an weitere Grünflächen anschließt. Ein einzelner Garten kann keine Wanderroute ersetzen, aber strukturreiche Übergänge tragen dazu bei, die Landschaft weniger unterbrochen zu gestalten.
Bewahre alte Bäume und Totholz, wo es sicher möglich ist. Baumhöhlen können Fledermäusen als Quartier dienen. Das BfN nennt den Verlust höhlenreicher Bäume und von Totholz als Gefährdung für die Rauhautfledermaus. Prüfe deshalb vor einer Fällung oder starken Veränderung, ob ein alter Baum erhalten werden kann. Sicherheit geht dabei mit in die Abwägung ein; bei konkretem Verdacht auf ein Quartier solltest du fachkundige Beratung einholen, statt eigenständig Höhlen zu verschließen oder Tiere zu stören.
Lass Insekten im Garten zu. Fledermäuse brauchen Beute, und die Rauhautfledermaus jagt laut BfN unter anderem Zweiflügler wie Mücken und Zuckmücken. Verzichte deshalb auf unnötige Pestizide, die Insekten reduzieren können. Vielfältige, blütenreiche Bereiche, unterschiedliche Strukturen und – wenn bereits vorhanden – naturnahe Gewässer können Lebensräume für Insekten schaffen. Welche Pflanzen dafür geeignet sind, hängt von Standort und Region ab; konkrete Artenempfehlungen lassen sich aus den hier genannten Fledermausquellen nicht ableiten.
Störe keine Winterquartiere. Höhlen, Stollen und Keller können empfindliche Überwinterungsorte sein. Ein Aufwachen zwingt die Tiere, ihren Stoffwechsel wieder hochzufahren und wertvolle Fettreserven zu verbrauchen. Der LBV rät daher, winterschlafende Fledermäuse nicht unnötig zu wecken, anzuleuchten oder zu kontrollieren. Wenn du in einem Gebäude oder Baum eine Fledermaus entdeckst, lass sie in Ruhe und hole bei Fragen fachkundige Hilfe ein.
Siehst du im Herbst noch Fledermäuse, ist das zunächst kein ungewöhnlicher Anlass zur Sorge. Tiere können weiterhin jagen, Quartiere wechseln oder auf Wanderschaft sein. Beobachte aus Abstand und notiere, wann und wo sie auftauchen. Aus einer einzelnen Beobachtung lässt sich weder die Art sicher bestimmen noch ableiten, wohin ein Tier zieht.
Auch wenn du im Winter keine Fledermäuse siehst, heißt das nicht, dass sie aus der Landschaft verschwunden sind. Sie können in einem Quartier verborgen ruhen, das von außen nicht erkennbar ist. Suche deshalb nicht in Spalten, Höhlen oder Kellern nach ihnen. Gerade die Ruhe des Quartiers ist für das Überstehen des Winters wichtig.
Die beschriebenen Abläufe gelten als allgemeine Orientierung für mitteleuropäische Fledermäuse. Zeitpunkt und Entfernung des Quartierwechsels unterscheiden sich zwischen Arten, Regionen und Jahren. Die Wanderung der Rauhautfledermaus ist ein belegtes Beispiel für eine weit ziehende Art, aber kein Modell für alle Fledermäuse. Ebenso sind Angaben zur Häufigkeit von Atemzügen oder zur Dauer des Winterschlafs abhängig von den Bedingungen und dürfen nicht als starre Regeln verstanden werden.
Nein. Einige Arten oder einzelne Tiere bleiben in der Region, andere wandern. Selbst bei wandernden Arten kann sich die Strecke unterscheiden. Wenn du eine Fledermaus im Sommer gesehen hast und sie im Herbst nicht mehr bemerkst, sagt das allein nicht, ob sie weit weggezogen ist.
Nein. Ein wichtiger Grund ist, dass im Winter deutlich weniger Insekten als Nahrung verfügbar sind. Durch den stark abgesenkten Stoffwechsel können die Tiere Energie sparen, statt in einer nahrungsarmen Zeit aktiv zu jagen.
Das hängt von der Art ab. Für die Rauhautfledermaus nennt das BfN eine nachgewiesene Strecke von bis zu 1.905 Kilometern. Dieser Höchstwert darf nicht auf andere Arten oder auf jedes einzelne Tier übertragen werden.
Nein, nicht auf eigene Faust. Störungen können die Energiereserven der Tiere belasten. Lass mögliche Quartiere unberührt und wende dich bei konkreten Fragen an eine fachkundige Naturschutzstelle.
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Stand: 01.10.2026. Korrekturen können über das Feedback-Formular gemeldet werden.