Baue ein frostsicheres Winterquartier für Amphibien: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Erdhügel und Totholzstapel. Schütze Erdkröte & Co. effektiv im Garten.
Obwohl wir uns im Juni mitten in der aktiven Phase der heimischen Fauna befinden, ist jetzt der richtige Moment, um für das kommende Halbjahr vorzusorgen. Amphibien wie die Erdkröte (Bufo bufo), der Grasfrosch (Rana temporaria) oder der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) verbringen einen Großteil ihres Lebens an Land. Sobald die Temperaturen dauerhaft unter fünf Grad Celsius fallen, suchen diese wechselwarmen Tiere Schutz vor dem Frost. Da ihre Körpertemperatur von der Umgebung abhängt, würde gefrierendes Zellwasser ihren Tod bedeuten. In einem aufgeräumten Garten finden sie jedoch oft keine ausreichenden Verstecke, die tief genug unter die Frostgrenze reichen. Mit einem gezielt angelegten Amphibien-Hotel schaffst du einen dauerhaften Lebensraum, der über die reine Überwinterung hinausgeht.
Nicht jedes Material eignet sich für den Bau. Wichtig ist, dass die verwendeten Stoffe keine Schadstoffe abgeben und ausreichend Hohlräume bilden, die nicht in sich zusammenfallen.
| Material | Funktion im Quartier | Biologischer Nutzen |
|---|---|---|
| Feldsteine | Schaffung von frostfreien Hohlräumen | Stabiles Grundgerüst, speichert Restwärme |
| Eichen-Totholz (Quercus robur) | Struktur und Feuchtigkeitsspeicher | Nahrungsgrundlage für Kleinstlebewesen |
| Buchenlaub (Fagus sylvatica) | Thermische Isolation | Schützt vor schnellen Temperaturschwankungen |
| Mutterboden | Äußere Abdichtung | Natürliche Tarnung und Ansiedlungsfläche für Pflanzen |
| Grober Kies | Drainage (Entwässerung) | Verhindert Staunässe in der Bodenkammer |
Wähle einen schattigen bis halbschattigen Platz, idealerweise in der Nähe eines Teiches oder einer feuchten Gartenecke. Nach aktuellen ökologischen Beobachtungen bevorzugen Amphibien Standorte, die nicht zur Staunässe neigen, aber eine gewisse Grundfeuchtigkeit halten. Hebe eine Grube mit einem Durchmesser von etwa 1,5 Metern aus. Die Tiefe ist entscheidend: Du musst mindestens 80 Zentimeter tief graben, um sicher im frostfreien Bereich zu liegen.
Fülle die untersten 10 bis 20 Zentimeter der Grube mit grobem Kies oder Schotter. Dies dient als Drainage. Amphibien benötigen zwar Feuchtigkeit, dürfen aber während der Winterstarre nicht im Wasser liegen, da dies zu Pilzinfektionen oder zum Erstickungstod führen kann. Achte darauf, dass kein kalkhaltiger Bauschutt verwendet wird, da dieser den pH-Wert des Bodens ungünstig beeinflussen kann.
Schichte nun Feldsteine und Ziegelsteine (ohne Mörtelreste!) locker übereinander. Es müssen Gänge und Kammern entstehen, die groß genug für eine ausgewachsene Erdkröte (Bufo bufo) sind. Ergänze diese Schicht mit dicken Ästen oder Stammstücken von heimischen Laubbäumen wie der Eiche (Quercus robur). Das Holz speichert Feuchtigkeit und bietet im Frühjahr Nahrung für Insekten, die wiederum den Amphibien als erste Nahrung nach dem Erwachen dienen.
Fülle die Zwischenräume der oberen Steinschicht mit einer dicken Lage aus Laub. Besonders geeignet ist das schwer zersetzbare Laub von Buchen (Fagus sylvatica) oder Eichen. Diese Schicht wirkt wie eine Daunendecke. Sie verhindert, dass kalte Luft direkt in die tiefen Kammern strömt. Obenauf legst du eine Schicht aus Grassoden oder Totholz, um das Laub gegen Windverwehung zu sichern.
Decke den entstandenen Hügel mit dem restlichen Aushub ab, sodass eine sanfte Erhebung entsteht. Ein Teil der Steine sollte als Einstiegsöffnung sichtbar bleiben. Um den Hügel zu stabilisieren und in das Gartenbild zu integrieren, kannst du heimische Wildkräuter einsäen. Am Randbereich, wo es feuchter bleibt, eignet sich die Berle (Berula erecta) hervorragend als Strukturgeber, sofern der Hügel an eine Wasserzone grenzt. Im trockeneren Bereich kannst du Anis (Pimpinella anisum) pflanzen, dessen dichte Dolden im Sommer Insekten anlocken.
Einmal angelegt, benötigt das Amphibien-Hotel kaum Pflege. Es ist wichtig, dass du den Hügel zwischen Oktober und April absolut in Ruhe lässt. Erschütterungen oder gar das Aufgraben können die Tiere aus der Winterstarre wecken. Da ihr Stoffwechsel heruntergefahren ist, verbrauchen sie beim Aufwachen so viel Energie, dass sie oft vor dem eigentlichen Frühling verenden. Überlasse die Zersetzungsprozesse der Natur; sinkt der Hügel nach einigen Jahren ein, kannst du im Spätsommer neues Laub und Holz obenauf legen.
Durch diese Konstruktion hilfst du nicht nur den Amphibien. Auch der Feuersalamander (Salamandra salamandra) oder verschiedene Laufkäferarten wie der Lederlaufkäfer (Carabus coriaceus) nutzen solche Strukturen als Lebensraum. Dein Garten wird so zu einem wertvollen Trittsteinbiotop im lokalen Verbund.
Der Juni und Juli sind ideal, da die Tiere aktiv sind, der Boden trocken ist und keine Winterruhe gestört wird.
Mindestens 80 Zentimeter, um die frostfreie Zone zu erreichen und die Tiere vor dem Erfrieren zu schützen.
Nein, Rindenmulch säuert den Boden zu stark an. Nutze lieber unbehandeltes Laub von Eiche oder Buche.
Molche, Feuersalamander, Blindschleichen und nützliche Insekten wie Laufkäfer finden dort ebenfalls Schutz.
label_main_article: Amphibienschutz im Garten: Erdkröte und Co. effektiv schützen
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