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Mehr zur KI-TransparenzAsseln sind keine Insekten, sondern Krebstiere. Erfahre, wie sie Laub im Garten recyceln, warum sie feuchte Orte brauchen und wie du sie fördern kannst.
Asseln sind keine Insekten. Die an Land lebenden Landasseln gehören zu den Krebstieren (Crustacea), genauer zu den Asseln (Isopoda). An Land sind sie auf feuchte, dunkle Rückzugsorte angewiesen. Im Garten arbeiten sie überwiegend als Zersetzer: Sie fressen abgestorbenes Pflanzenmaterial, zerkleinern es und machen es für Pilze und Bakterien besser angreifbar. Dieser Artikel erklärt, was das für deinen Garten bedeutet und wie du Landasseln mit einfachen Maßnahmen fördern kannst.
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Du kennst diese Tiere vermutlich: Du hebst ein feuchtes Holzbrett, einen Stein oder einen Blumentopf an, und darunter laufen kleine graue, längliche Tiere davon. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Insekten, sind es aber nicht.
Asseln gehören zu den Isopoden und damit zu den Krebstieren. Viele ihrer Verwandten leben im Wasser. Landasseln haben sich an das Leben an Land angepasst, sind aber nie ganz unabhängig vom Wasser geworden.
Diese Einordnung ist keine trockene Systematik. Sie erklärt, warum Asseln so eng mit feuchten Lebensräumen verbunden sind und warum sie in Kellern auftauchen. Und ja: Asseln sind näher mit Garnelen und Hummern verwandt als mit Käfern. Das klingt überraschend, ist aber der Schlüssel zu ihrer Lebensweise.
Landasseln haben ihre wasserlebende Vergangenheit nicht völlig hinter sich gelassen. Ihre Atmung funktioniert nur bei ausreichend hoher Feuchtigkeit zuverlässig. Trockene, sonnige Orte meiden sie deshalb.
Im Garten findest du sie daher vor allem unter Steinen, Holz, Blumentöpfen, in der Laubschicht oder in feuchten Kellern. Dunkel und feucht ist für sie kein Zufall, sondern eine Überlebensstrategie.
Das bedeutet für dich als Gartenbesitzerin oder Gartenbesitzer: Wer Asseln beobachten möchte, muss nicht weit suchen. Ein umgedrehtes Brett, ein Laubhaufen oder eine flache Steinplatte reichen oft schon aus.
Die meisten Landasseln ernähren sich überwiegend von abgestorbenem, bereits angegriffenem Pflanzenmaterial. Dazu gehören alte Blätter, morsche Pflanzenteile und verrottendes Holz. Sie zerstören also nicht systematisch gesunde Pflanzen, sondern arbeiten als Zersetzer, auch Destruenten genannt.
Warum ist das wichtig? Ein altes Blatt enthält Stoffe und Nährstoffe, die die Pflanze während ihres Lebens aufgenommen hat. Nach dem Absterben müssen diese Stoffe wieder in den Kreislauf zurückgelangen. Zersetzer wie Asseln machen genau das möglich.
Sie zerkleinern abgestorbenes Material in immer kleinere Partikel. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche, an der Pilze, Bakterien und andere Mikroorganismen weiterarbeiten können. Ohne diese Arbeit würde organisches Material sich ständig anhäufen und Nährstoffe blieben gebunden.
Experimentelle Untersuchungen zeigen, dass Landasseln die Zersetzung von Laubstreu beeinflussen und beschleunigen können. Durch ihren Fraß und die Fragmentierung verändern sie das Pflanzenmaterial. Davon profitieren auch die Mikroorganismen, die das Material weiter zersetzen. Langfristig kann so aus einem alten Blatt wieder Bodenmaterial werden, das Nährstoffe freisetzt.
Ganz so einfach ist es nicht. Bei Nahrungsmangel können Asseln gelegentlich besonders weiches Pflanzengewebe anfressen. Dazu gehören junge Keimlinge, bereits geschädigte Früchte oder geschwächte Pflanzenteile.
In einem gesunden Garten entstehen dadurch normalerweise keine relevanten Schäden. Wenn sehr viele Asseln an Jungpflanzen auftauchen, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Bedingungen: Warum ist es dort so feucht? Liegt viel abgestorbenes Material herum? Sind die Pflanzen geschwächt?
Die bloße Anwesenheit einer Assel bedeutet noch lange nicht, dass sie ein Schädling ist. Wer einen Naturgarten gestalten möchte, kann Asseln als Teil des Bodenlebens betrachten, nicht als Feinde der Beete.
Ein besonders ungewöhnliches Merkmal der Asseln ist ihre Fortpflanzung. Asselweibchen legen ihre Eier nicht einfach irgendwo im Boden ab. Sie besitzen an ihrer Körperunterseite eine Bruttasche, das Marsupium.
In dieser geschützten, feuchten Umgebung entwickeln sich die Eier und später die Jungtiere. Erst nach ihrer ersten Entwicklungsphase verlassen die kleinen Asseln die Bruttasche. Das Marsupium gilt als eine der entscheidenden Anpassungen, die es diesen Krebstieren ermöglicht hat, außerhalb des Wassers zu leben.
Man könnte sagen: Landasseln sind winzige Krebse mit einer eingebauten Kinderstube. Diese Besonderheit gehört zu den Gründen, warum sie in Gärten und Kellern so erfolgreich sind.
| Häufige Annahme | Was stimmt |
|---|---|
| „Asseln sind Insekten.“ | Asseln gehören zu den Krebstieren, genauer zu den Isopoda. |
| „Asseln gehören eigentlich ins Wasser.“ | Landasseln leben an Land, sind aber auf hohe Luftfeuchtigkeit angewiesen. |
| „Asseln zerstören gesunde Pflanzen.“ | Sie ernähren sich überwiegend von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Nur bei Nahrungsmangel können weiche Keimlinge oder geschädigte Pflanzenteile angefressen werden. |
| „Asseln sind überflüssig.“ | Als Zersetzer beeinflussen sie die Zersetzung von Laubstreu und damit die Nährstofffreisetzung im Boden. |
Asseln kann man nicht gezielt pflanzen. Man kann ihnen aber Lebensräume anbieten. Damit sich Landasseln in deinem Garten wohlfühlen, braucht es drei Dinge: Feuchtigkeit, Dunkelheit und abgestorbenes Pflanzenmaterial.
Konkret sieht das so aus:
Lass Laub an geschützten Stellen liegen. Ein Laubhaufen in einer ruhigen Ecke ist für Asseln ein idealer Tagesversteck- und Nahrungsort. Laub nicht auf dem gesamten Rasen liegen lassen, sondern bewusst an Beet- oder Gehölzrändern sammeln.
Lagere Holzscheite oder Äste bodennah. Verrottendes Holz ist eine wichtige Nahrungsquelle. Ältere Holzscheite oder grobe Äste, die am Boden liegen, bleiben dort feucht und werden von Asseln nach und nach besiedelt.
Lege Steine oder unglasierte Tontöpfe aus. Unter Steinen und Tontöpfen finden Asseln dunkle, geschützte Mikrohabitate. Das kommt auch vielen anderen Bodentieren zugute.
Lass abgestorbene Pflanzenteile stehen. Alte Stängel und vertrocknete Pflanzenteile sind nicht nur für Insekten wichtig. Sie liefern auch Asseln Struktur und Nahrung. Ein gewisser Anteil „Unordnung“ ist im Naturgarten ausdrücklich erwünscht.
Schaffe feuchte Übergänge statt perfekt aufgeräumter Flächen. Ein Boden, der nicht bis in die oberste Schicht austrocknet, ist für Asseln deutlich attraktiver. Mulch aus Laub oder grobem Schnittgut kann helfen, die Feuchtigkeit länger zu halten.
Wenn du sehr viele Asseln an jungen Pflanzen beobachtest, ist die erste Frage nicht: „Wie werde ich sie los?“, sondern: „Warum sind die Bedingungen hier so günstig für sie?“ Häufig gibt es dort viel Feuchtigkeit, abgestorbenes Material oder geschwächtes Pflanzengewebe. Wer diese Faktoren verändert, löst das Problem meist ohne Bekämpfung.
Warum finde ich Asseln besonders im Keller oder unter Blumentöpfen?
Weil es dort dunkel und oft feucht ist. Landasseln suchen solche Rückzugsorte, um nicht auszutrocknen. Ein einzelnes Tier im Keller ist kein Alarmzeichen. Wenn regelmäßig Tiere auftauchen, kannst du nach feuchten Stellen suchen, etwa nach feuchten Kartons, Holz oder Ritzen, in denen Wasser eindringt.
Fressen Asseln meine gesunden Pflanzen?
In einem gesunden Garten entstehen durch Asseln normalerweise keine relevanten Schäden. Wenn sie an Jungpflanzen fressen, ist das meist eine Ausnahmesituation bei Nahrungsmangel. Die Anwesenheit einiger Asseln ist kein Schädlingsbefund.
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Stand: 09.09.2026. Korrekturen können über das Feedback-Formular gemeldet werden.