Schütze Erdkröten und Molche im Mai: Tipps zur amphibienfreundlichen Gartenarbeit, sicheren Mahd und warum du auf Laubsauger verzichten solltest.
Der Mai ist im Garten eine Zeit des rasanten Wachstums und der hohen Aktivität. Während die ersten Blüten der Sumpfdotterblume (Caltha palustris var. palustris) am Teichrand bereits verblühen, kehren viele Amphibien von ihren Laichgewässern in ihre Landlebensräume zurück. Für Gartenbesitzer bedeutet dies eine besondere Verantwortung: Viele der gewohnten Pflegemaßnahmen stellen im Frühjahr eine erhebliche Gefahr für die lokale Herpetofauna (die Gesamtheit der Amphibien und Reptilien einer Region) dar.
Im Mai suchen viele Amphibien Schutz in feuchten, schattigen Bereichen des Gartens. Während der Löwenzahn (Taraxacum) und das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) auf Wildblumenwiesen blühen, nutzen Tiere wie der Laubfrosch (Hyla arborea) diese Vegetation als Deckung. Die größte Gefahr geht hier von Mähgeräten aus.
Besonders problematisch sind Mähroboter. Da viele Amphibien, insbesondere die Erdkröte (Bufo bufo (Linnaeus, 1758)), nachtaktiv sind, kollidieren sie häufig mit den autonomen Geräten. Im Gegensatz zu Säugetieren besitzen Amphibien keinen Fluchtreflex, der sie vor herannahenden Maschinen rettet; sie verharren bei Gefahr oft regungslos am Boden (Schreckstarre), was unter den scharfen Messern tödlich endet. Auch Motorsensen und Fadenmäher (Trimmer) sind riskant, da sie oft in unübersichtlichen Randbereichen eingesetzt werden, die als bevorzugte Tagesverstecke dienen.
| Tätigkeit | Risiko für Amphibien | Schutzmaßnahme |
|---|---|---|
| Rasenmähen | Hoch (Schnittverletzungen) | Schnitthöhe mind. 10 cm, nur tagsüber mähen |
| Kantenschneiden | Sehr hoch (Verstümmelung) | Bereiche vorab vorsichtig mit einem Rechen absuchen |
| Umgraben | Mittel (Verschütten) | Nur oberflächlich hacken oder mulchen |
| Laubsaugen | Extrem hoch (Einsaugen/Häckseln) | Vollständiger Verzicht, stattdessen Besen nutzen |
Ein gesunder Boden ist die Basis für Biodiversität (biologische Vielfalt). Im Mai ist der Boden voller Leben. Wenn du Beete vorbereitest, solltest du auf das klassische Umgraben verzichten. Viele Amphibien wie der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) graben sich tagsüber in lockere Erde oder unter Mulchschichten ein, um sich vor Austrocknung zu schützen. Ihre Haut ist hochpermeabel (durchlässig für Wasser und Gase), weshalb sie auf konstante Feuchtigkeit angewiesen sind.
Statt den Boden zu wenden, was die natürliche Schichtung und die darin lebenden Organismen zerstört, empfiehlt sich das oberflächliche Lockern mit einer Pendelhacke oder das direkte Mulchen (Abdecken mit organischem Material). Falls du Kompost ausbringst, gehe behutsam vor. Komposthaufen sind beliebte Winterquartiere und Brutstätten. Beim Umsetzen im Mai könnten sich noch spät erwachende Tiere oder bereits abgelegte Gelege von Ringelnattern (Natrix natrix), die oft in der Nähe von Amphibienpopulationen leben, im Haufen befinden.
Um den Garten im Mai instand zu halten, ohne die Bestände der Amphibien zu gefährden, haben sich folgende Methoden in der Praxis bewährt:
Ein naturnah gestalteter Garten reduziert den Pflegeaufwand und damit das Risiko für Amphibien automatisch. Anstatt kurzgehaltene Rasenflächen zu pflegen, die für Amphibien ökologische Wüsten darstellen, fördern heimische Pflanzengesellschaften die Ansiedlung natürlicher Fressfeinde von Schädlingen. Ein Teich mit flachen Uferzonen, bepflanzt mit der Sumpfdotterblume (Caltha palustris var. palustris), bietet optimale Bedingungen für die Fortpflanzung. Wenn diese Lebensräume durch Totholzhaufen oder Steinhaufen vernetzt sind, müssen die Tiere seltener weite, gefährliche Strecken über offene Flächen zurücklegen. So wird der Garten zu einem sicheren Rückzugsort, in dem Gartenarbeit und Artenschutz kein Widerspruch sein müssen.
Mähe idealerweise an sonnigen Nachmittagen bei Trockenheit. Amphibien wie die Erdkröte sind dann weniger aktiv und ziehen sich in feuchte Verstecke zurück.
Mähroboter arbeiten oft nachts und erkennen kleine Hindernisse wie Frösche nicht. Die Tiere flüchten nicht, sondern verharren starr und werden überrollt.
Stelle die Schnitthöhe auf mindestens 10 Zentimeter ein. So gleiten die Messer über viele am Boden sitzende Amphibien und Insekten hinweg.
Nein, das BNatSchG verbietet das Fangen und Umsiedeln geschützter Arten. Optimiere stattdessen den Lebensraum, damit das Tier von selbst sichere Bereiche findet.
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