Erfahre, wie du im Mai Amphibien wie die Erdkröte schützt und Frühblüher wie die Sumpfdotterblume förderst. Praxis-Tipps für mehr Biodiversität im Naturgarten.
Der Übergang vom April in den Mai markiert im Naturgarten die Phase der höchsten biologischen Dynamik. Während sich die Vegetation innerhalb weniger Wochen vervielfacht, stabilisiert sich das ökologische Gefüge, das wir als System bezeichnen. In dieser Zeit entscheidet sich, wie erfolgreich die Brut- und Aufzuchtphase vieler Tierarten verläuft. Ein naturnaher Garten fungiert hierbei als Trittsteinbiotop (vernetzendes Element zwischen Lebensräumen), das den Arten das Überleben in einer oft ausgeräumten Kulturlandschaft ermöglicht.
Besonders deutlich wird dies an den Gewässern und Wildkrautflächen. Wenn die Temperaturen steigen, erwacht das Bodenleben und die Phänologie (Lehre von den im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen in der Natur) zeigt uns präzise, welche Ressourcen gerade benötigt werden. Während die Kirschblüte (Prunus) optisch dominiert, findet am Boden und im Wasser die eigentliche Arbeit für die Biodiversität statt. Hier gilt es, als Gärtner eher moderierend als gestaltend einzugreifen.
Nach aktuellen Bestäubungsdaten und ökologischen Beobachtungen ist die Zeit rund um den April und Mai die kritischste Phase für die Erdkröte (Bufo bufo (Linnaeus, 1758)). Die Tiere wandern aus ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern. Hierbei kommt es zur Paarbildung, bei der das kleinere Männchen oft über weite Strecken auf dem Rücken des Weibchens getragen wird. In deinem Teich erfolgt dann die Eiablage in Form von meterlangen Laichschnüren, die um Wasserpflanzen gewickelt werden.
Du darfst den Laich oder die Tiere unter keinen Umständen stören oder umsetzen. Gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) sind alle heimischen Amphibien besonders geschützt. Jede Manipulation am Laich kann die Entwicklung der Embryonen gefährden. Achte darauf, dass die Uferbereiche dicht bewachsen bleiben, damit die adulten (erwachsenen) Tiere nach der Eiablage Deckung finden, wenn sie das Wasser verlassen und in ihre Sommerquartiere in Gebüschen oder unter Totholz zurückkehren.
Im Frühjahr herrscht oft ein Mangel an hochwertigem Pollen für Insekten, die ihre Brut versorgen müssen. Hier spielen zwei Arten eine zentrale Rolle, die in konventionellen Gärten oft entfernt werden: der Löwenzahn (Taraxacum) und die Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum).
Der Löwenzahn (Taraxacum) ist ein Generalist, der jedoch für viele spezialisierte Wildbienenarten essenziell ist. Sein Pollen enthält wichtige Aminosäuren für die Larvenentwicklung. Die Purpurrote Taubnessel hingegen ist eine der ersten Quellen für Hummelköniginnen, die nach dem Winter ihren Staat gründen. Da sie zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) gehört, bietet sie tief liegenden Nektar, der nur von Insekten mit entsprechend langen Rüsseln erreicht werden kann. Lasse diese Pflanzen in den Beeten stehen, bis sie verblüht sind, um die Nahrungskette nicht zu unterbrechen.
Am Rand deines Teiches leuchtet jetzt die Sumpfdotterblume (Caltha palustris var. palustris). Sie ist eine Zeigerpflanze für feuchte, nährstoffreiche Standorte. Ihre ökologische Bedeutung liegt nicht nur in der frühen Blüte, sondern auch in ihrer Struktur. Die hohlen Stängel und die dichten Blattbüschel bieten Kaulquappen und Wasserinsekten Schutz vor Fressfeinden und zu starker Sonneneinstrahlung.
| Pflanze / Tier | Wissenschaftlicher Name | Ökologische Funktion |
|---|---|---|
| Sumpfdotterblume | Caltha palustris var. palustris | Nektarquelle für Schwebfliegen und Käfer |
| Löwenzahn | Taraxacum | Pollenquelle für über 70 Wildbienenarten |
| Erdkröte | Bufo bufo (Linnaeus, 1758)) | Natürliche Regulation von Schneckenbeständen |
| Purpur-Taubnessel | Lamium purpureum | Wichtige Trachtpflanze für Hummeln |
| Kirsche | Prunus | Massenblüher für Honig- und Wildbienen |
Um die im April begonnene Dynamik im Mai zu unterstützen, solltest du folgende Schritte befolgen:
Abschließend ist festzuhalten, dass ein biodiverser Garten im Mai vor allem von der Abwesenheit störender Eingriffe profitiert. Chemische Dünger oder Pestizide sind absolut tabu, da sie das empfindliche Gleichgewicht der Bodenorganismen und der Gewässerökologie zerstören würden. Ein gesunder Naturgarten reguliert sich durch die Anwesenheit von Nützlingen wie der Erdkröte (Bufo bufo (Linnaeus, 1758)) weitgehend selbst.
Nein. Das Umsetzen von Laich ist nach BNatSchG verboten. Es schadet den Tieren und kann Krankheiten in andere Gewässer übertragen.
Er bietet eine hohe Pollenmenge in einer Zeit, in der andere Quellen fehlen, und unterstützt so die Brutentwicklung vieler Wildbienenarten.
Erdkröten legen lange, zwei- bis vierreihige Laichschnüre ab, die meist um Wasserpflanzen oder Äste im Wasser gewickelt sind.
Ruhe bewahren. Algen sind Teil der Nährstoffdynamik. In einem stabilen System regulieren sie sich durch Wasserflöhe und Pflanzenkonkurrenz von selbst.
Ökologisch betrachtet ist sie eine wertvolle Pionierpflanze und wichtige Nahrungsquelle für früh fliegende Insekten wie Hummelköniginnen.
Nein. Sie bevorzugt nährstoffreiche, aber natürliche Standorte. Synthetischer Dünger würde das Wasser belasten und das Algenwachstum fördern.
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