Erfahre, wie Du das Edaphon und Mykorrhiza-Pilze in Deinem Garten förderst. Praxisnahe Tipps für ein gesundes Bodenleben und mehr Biodiversität im Mai.
Wenn Du im Mai Deinen Garten betrachtest, richtet sich der Blick meist auf das frische Grün und die aufbrechenden Blüten. Doch die eigentliche Arbeit findet unter der Erdoberfläche statt. Das Edaphon – ein Begriff, der alle im Boden lebenden Organismen zusammenfasst – bildet das biologische Fundament Deines Gartens. Pro Quadratmeter gesundem Boden leben Milliarden von Lebewesen, von mikroskopisch kleinen Bakterien bis hin zu Wirbellosen wie der Gemeinen Kellerassel (Oniscus asellus).
Nach aktuellen bodenökologischen Daten unterteilt man das Edaphon in die Bodenflora (Bakterien, Pilze, Algen) und die Bodenfauna (Einzeller, Fadenwürmer, Gliederfüßer, Regenwürmer). Im Mai, wenn die Bodentemperatur dauerhaft über 10 Grad Celsius steigt, erreicht die Aktivität dieser Organismen einen ersten Jahreshöhepunkt. Sie zersetzen abgestorbene Pflanzenteile und wandeln sie in pflanzenverfügbare Nährstoffe wie Nitrat oder Phosphat um.
Ein besonderer Fokus der Bodenbiologie liegt auf den Mykorrhiza-Pilzen (z.B. Glomus mosseae). Diese Pilze gehen eine Symbiose (eine Lebensgemeinschaft zum gegenseitigen Vorteil) mit den Wurzeln Deiner Gartenpflanzen ein. Der Pilz liefert der Pflanze Wasser und gelöste Mineralstoffe aus Bodenporen, die für die feinen Pflanzenwurzeln unerreichbar wären. Im Gegenzug erhält der Pilz von der Pflanze Kohlenhydrate, die diese durch Photosynthese (Energiegewinnung aus Licht) produziert.
Beobachtungen zeigen, dass Pflanzen mit einem gut entwickelten Mykorrhiza-Netzwerk deutlich resistenter gegen Trockenstress im Sommer sind. Heimische Gehölze wie die Rotbuche (Fagus sylvatica) oder die Stieleiche (Quercus robur) sind zwingend auf diese Pilzpartner angewiesen. Auch im Gemüsegarten profitieren Starkzehrer wie die Speise-Kürbisse (Cucurbita maxima) massiv von einer intakten Bodenbiologie.
| Organismusgruppe | Beispielfigur | Funktion im Boden |
|---|---|---|
| Makrofauna | Gemeiner Regenwurm (Lumbricus terrestris) | Vertikale Durchmischung, Belüftung, Humusbildung |
| Mesofauna | Springschwänze (Collembola) | Zersetzung von Feinmaterial, Regulation von Bodenpilzen |
| Bodenpilze | Mykorrhiza-Pilze (Glomus spec.) | Nährstofftransfer, Strukturverbesserung (Bodenkrümel) |
| Bodenbakterien | Knöllchenbakterien (Rhizobium spec.) | Fixierung von Luftstickstoff für Pflanzen (z.B. bei Leguminosen) |
Ein häufiger Fehler in der Gartenpflege ist das übermäßige Umgraben. Dabei wird die sorgsam geschichtete Ordnung des Bodens zerstört. Aerobe Organismen (Sauerstoff benötigende Lebewesen) gelangen in tiefere, sauerstoffarme Schichten und sterben ab, während anaerobe Bakterien an die Oberfläche befördert werden. Das empfindliche Geflecht der Mykorrhiza-Pilze wird zerrissen und benötigt Monate, um sich zu regenerieren.
Ebenso schädlich wirkt sich die Verwendung von synthetischen Mineraldüngern aus. Diese erhöhen den Salzgehalt im Bodenwasser, was viele Weichtiere und Mikroorganismen durch osmotischen Schock (Wasserentzug durch Salzkonzentration) schädigt. Auch der Einsatz von Torf zerstört nicht nur Moore, sondern verändert den Säuregehalt (pH-Wert) in Deinem Gartenboden so drastisch, dass spezialisierte Bodenlebewesen verdrängt werden.
In einem naturnahen Kreislauf übernimmt das Edaphon die Funktion der Düngung und Bodenbearbeitung für Dich. Wenn Du die biologischen Prozesse verstehst und unterstützt, schaffst Du die Basis für eine dauerhafte Biodiversität, die weit über das Sichtbare hinausgeht. Selbst große Säugetiere wie der Elch (Alces alces (Linnaeus, 1758)) beeinflussen in ihren natürlichen Lebensräumen die Bodenbiologie durch ihren Nährstoffeintrag – im Kleinen übernimmst Du diese Rolle durch die fachgerechte Rückführung organischer Substanz in Deinen Garten.
Das Edaphon umfasst die Gesamtheit aller im Boden lebenden Organismen, von Bakterien und Pilzen bis hin zu Regenwürmern und Insektenlarven.
Es zerstört die natürliche Schichtung des Bodens sowie Pilzmyzelien und tötet spezialisierte Mikroorganismen durch plötzliche Sauerstoffveränderungen ab.
Sie vergrößern die Wurzeloberfläche, verbessern die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen wie Phosphor und stärken die Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger.
Der Gemeine Regenwurm (Lumbricus terrestris) belüftet den Boden, durchmischt Schichten und produziert wertvollen, nährstoffreichen Wurmhumus.
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