Anleitung für Erdkröten-Quartiere im Garten: Erfahre, wie du mit Steinhaufen und Totholz sichere Sommerhabitate für Amphibienschutz im April anlegst.
Im April endet für viele Amphibien die gefährliche Wanderung zu den Laichgewässern. Während der Grasfrosch (Rana temporaria Linnaeus, 1758) oft in Gewässernähe verbleibt, zieht es die Erdkröte (Bufo bufo) zurück in ihre Sommerquartiere an Land. Als Gartenbesitzer nimmst du hier eine entscheidende Rolle ein: Du kannst die Überlebenschancen dieser nützlichen Amphibien massiv erhöhen, indem du ihnen strukturreiche Rückzugsorte anbietest. Die Erdkröte ist ein dämmerungsaktiver Jäger, der sich von wirbellosen Tieren wie Nacktschnecken, Asseln und Käfern ernährt. Ein amphibienfreundlicher Garten ist daher die effektivste Methode der biologischen Schädlingsregulierung.
Das wichtigste Kriterium für ein Sommerquartier ist das Mikroklima. Amphibien besitzen eine dünne, durchlässige Haut, über die sie einen Teil ihres Sauerstoffbedarfs decken. Diese Haut muss stets feucht bleiben. Wähle daher einen Platz in deinem Garten, der nach Norden oder Osten ausgerichtet ist. Direkte Mittagssonne ist zu vermeiden. Ideal sind Bereiche unter dichten Hecken oder in schattigen Winkeln hinter dem Kompost.
Um den Boden dauerhaft feucht zu halten, solltest du die Umgebung mit heimischen Frühblühern bepflanzen. Der Zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia) oder das Knöllchen-Scharbockskraut (Ficaria verna) bilden dichte Blattteppiche, die die Verdunstung des Bodenwassers reduzieren. Diese Pflanzen sind im April bereits voll entwickelt und bieten sofortigen Schutz.
Ein fachgerecht angelegtes Quartier besteht aus einer Kombination von anorganischen und organischen Strukturen. Steinhaufen speichern Kühle, während Totholz Feuchtigkeit wie ein Schwamm aufnimmt.
| Merkmal | Steinhaufen | Totholzhaufen |
|---|---|---|
| Material | Natursteine (Kalk, Granit, Sandstein) | Laubholz (Eiche, Buche, Obstgehölze) |
| Funktion | Frostschutz & Tagesversteck | Feuchtigkeitsspeicher & Nahrungsquelle |
| Lage | Teilweise im Boden versenkt | Direkt auf dem Erdboden |
| Bewuchs | Moose, Farne | Pilze, Flechten, Bodendecker |
Verwende für den Steinhaufen keine glatt geschliffenen Kiesel, sondern gebrochene Natursteine. Die unregelmäßigen Kanten lassen Hohlräume entstehen, in die sich die Erdkröte (Bufo bufo) zurückziehen kann. Schichte die Steine so auf, dass eine Mindesthöhe von 50 Zentimetern erreicht wird, um im Inneren eine konstante Temperatur zu gewährleisten.
Einmal angelegt, benötigt ein Amphibienquartier kaum Pflege. Es ist essenziell, die Strukturen in Ruhe zu lassen. Vermeide es, die Steine oder Hölzer anzuheben, um nach Tieren zu suchen – dies stört das empfindliche Mikroklima und setzt die Tiere Stress aus. Beobachtungen zeigen, dass Amphibien Standorte bevorzugen, die über Jahre hinweg ungestört bleiben.
Verzichte im gesamten Garten auf synthetische Pflanzenschutzmittel und mineralische Dünger. Diese Stoffe können über die Haut der Amphibien aufgenommen werden und zu schweren Schädigungen führen. Nutze stattdessen reifen Kompost, um den Boden zu verbessern. Falls du einen Rasen pflegst, stelle die Schnitthöhe auf mindestens acht Zentimeter ein oder wandle Teile in einen Magerrasen um. Dies verhindert, dass die Erdkröte beim Mähen verletzt wird. Da die Erdkröte (Bufo bufo) unter strengem Naturschutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz steht, ist jegliche Entnahme aus der Natur oder eine Umsiedlung ohne behördliche Genehmigung streng untersagt. Dein Ziel sollte es sein, den Garten so attraktiv zu gestalten, dass die Tiere von selbst einwandern.
Meist ab April, direkt nach der Laichzeit, suchen Erdkröten (Bufo bufo) feuchte Landhabitate auf, in denen sie bis zum Herbst verbleiben.
Heimische Natursteine und unbehandeltes Totholz von Laubbäumen sind ideal, da sie Feuchtigkeit speichern und natürliche Hohlräume bieten.
Nein, das ist verboten. Erdkröten sind geschützt. Das Umsiedeln oder Fangen ist illegal. Gestalte den Garten attraktiv, damit sie von selbst kommen.
Torfabbau zerstört Moore, die wichtigsten Amphibienhabitate. Zudem ist Torf im Garten zu sauer und trocknet als Substrat zu schnell aus.
Hauptartikel: Biodiversität im April: Waldbett, Wildbienen und Amphibienschutz
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