Erfahre, wie du ein ideales Laichgewässer für die Geburtshelferkröte am Magerstandort anlegst. Tipps zu Wasserchemie, Besonnung und Pflege im Mai.
Der Mai ist die entscheidende Zeit in deinem Naturgarten. Während die Sonne den Boden erwärmt, suchen spezialisierte Amphibien nach geeigneten Orten für ihren Nachwuchs. Besonders die Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans (Laurenti, 1768)) stellt hohe Ansprüche an ihr Revier. Im Gegensatz zu vielen anderen Arten tragen die Männchen dieser Kröte die Eier an ihren Hinterbeinen, bis sie die Larven in ein geeignetes Kleinstgewässer entlassen. Damit dieser Prozess gelingt, benötigst du eine Wasserstelle, die exakt auf die Bedürfnisse von Pionierarten zugeschnitten ist.
Ein Magerstandort zeichnet sich durch seine Nährstoffarmut aus. In der freien Landschaft finden wir solche Bedingungen oft in Steinbrüchen oder Kiesgruben. In deinem Garten simulierst du dies durch den Verzicht auf Mutterboden (humusreiche Erdschicht) im und am Teich. Nutze stattdessen gewaschenen Kies oder Sand. Dies verhindert ein Überangebot an Phosphaten und Nitraten, welches sonst zu einem massiven Wachstum von Algen führen würde.
Das Wasser in solchen Kleinstgewässern sollte oligotroph (nährstoffarm) bleiben. Da die Larven der Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans (Laurenti, 1768)) oft im Wasser überwintern, ist eine stabile Wasserqualität über das ganze Jahr hinweg lebensnotwendig. Im Mai ist die Verdunstung bereits hoch, weshalb du den Wasserstand im Blick behalten musst. Nutze zum Nachfüllen ausschließlich Regenwasser, da Leitungswasser oft zu kalkhaltig ist und das chemische Gleichgewicht stören kann.
Das Gewässer sollte an einem Platz liegen, der mindestens sechs bis acht Stunden direkte Sonneneinstrahlung erhält. Wärme ist der Motor für die Entwicklung der Kaulquappen. Während große Säugetiere wie der Elch (Alces alces (Linnaeus, 1758)) in weitläufigen, oft kühleren Sumpflandschaften Skandinaviens oder Osteuropas wandern, benötigen unsere heimischen Amphibien in der kleinräumigen DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) kleinklimatische Gunsträume.
| Parameter | Idealwert für Pioniergewässer | Grund |
|---|---|---|
| Wassertiefe | 30 bis 50 cm | Schnelle Erwärmung, Frostsicherheit im Boden |
| Uferneigung | < 20 Grad | Erleichtert Ein- und Ausstieg, Flachwasserzone |
| Substrat | Kalkarmer Kies / Quarzsand | Verhindert Nährstofffreisetzung |
| Vegetation | Maximal 25 % Deckung | Verhindert zu schnelle Verlandung |
Verzichte auf invasive Arten wie das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) oder die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis). Diese würden den Magerstandort innerhalb kürzester Zeit mit Biomasse anreichern und verdrängen heimische Spezialisten. Setze stattdessen auf konkurrenzschwache, heimische Wasserpflanzen. Der Wasser-Hahnenfuß (Ranunculus aquatilis) oder der Zwerg-Igelkolben (Sparganium natans) sind hervorragende Partner. Sie bieten Struktur für Kleinstlebewesen wie die Gemeine Becherjungfer (Enallagma cyathigerum), ohne das Gewässer zu überwuchern.
Durch diese Maßnahmen schaffst du ein Refugium, das in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft selten geworden ist. Ein funktionierendes Kleinstgewässer auf magerem Boden ist ein Hotspot der Biodiversität, der weit über die Unterstützung einer einzelnen Art hinauswirkt.
Verwende am besten kalkfreies Regenwasser. Leitungswasser ist oft zu nährstoffreich und fördert unerwünschtes Algenwachstum auf Magerstandorten.
Wähle heimische, schwachwüchsige Pflanzen und entferne jährlich im März vorsichtig organische Ablagerungen, um die Verlandung zu stoppen.
Wärme beschleunigt den Stoffwechsel und die Entwicklung der Kaulquappen. In kühlen, schattigen Gewässern überleben viele Pionierarten nicht.
Nein, das Fangen und Umsiedeln von Wildtieren ist laut Bundesnaturschutzgesetz streng verboten. Die Tiere müssen den neuen Lebensraum selbstständig besiedeln.
Hauptartikel: Geburtshelferkröte fördern: Artenschutz durch Magerstandorte
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