Bild folgtKI-generierte IllustrationOrobanche ramosa
Auch bekannt als: Žstige Sommerwurz
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
Typisch für die Ästige Sommerwurz sind ihre blassgelben bis violett überhauchten Blütenstände, die völlig ohne grünes Blattwerk aus der Erde ragen. Da sie als Vollschmarotzer (Pflanze ohne Chlorophyll) keine eigene Photosynthese betreibt, ist sie ein faszinierendes Wunderwerk der Naturanpassung. Für Deinen Garten ist sie ein echter Ritterschlag in Sachen Artenschutz, da sie auf der Roten Liste steht und spezialisierten Insekten wie dem Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina) als wertvolle Ressource dient. Wer diese seltene Schönheit beherbergt, zeigt, dass sein Garten ein funktionierendes Ökosystem ist. Trau Dich an dieses botanische Juwel, wenn Du die passenden Wirtspflanzen im Garten hast.
Botanische Rarität: Ein seltener Schmarotzer für echte Naturschutz-Enthusiasten.
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Diese Pflanze ist ökologisch hochgradig spezialisiert und bietet nach aktuellen Bestäubungsdaten Lebensraum für seltene Schmetterlingsarten. Insbesondere der Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina), der Westliche Scheckenfalter (Melitaea celadussa) und der Östliche Scheckenfalter (Melitaea britomartis) profitieren von ihrem Vorkommen. Mit einem extrem geringen Diasporengewicht (Gewicht der Ausbreitungseinheit) von nur 0.0054 mg nutzt die Pflanze den Wind für eine effektive Fernausbreitung. Da sie keine eigene Energie produziert, sondern diese vom Wirt bezieht, ist sie ein Indikator für ein sehr stabiles und nährstoffarmes Biotop. Ihr Schutz im Garten hilft direkt dabei, die lokale Biodiversität dieser gefährdeten Parasiten-Flora zu erhalten.
Die Ästige Sommerwurz wird als nicht kindersicher eingestuft. Da die Inhaltsstoffe dieser parasitischen Lebenskünstler oft komplex sind, sollte ein Verzehr von Pflanzenteilen unbedingt vermieden werden. Sollten Kinder oder Haustiere Teile der Pflanze verschluckt haben, kontaktiere bitte umgehend den Giftnotruf unter 0228 19 240. Ein achtsamer Platz im hinteren Gartenbereich ist für Familien mit kleinen Kindern empfehlenswert.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Jul – Aug
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.3 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Standort: Wähle einen vollsonnigen, warmen Platz, idealerweise an einer Stelle, die nicht regelmäßig umgegraben wird.
Boden: Der Untergrund sollte gut durchlässig und eher mager sein, um Staunässe zu vermeiden.
Wirtspflanzen: Da sie ein Parasit ist, benötigt sie zwingend eine Wirtspflanze; im Naturgarten eignet sich hierfür der heimische Echte Hopfen (Humulus lupulus).
Pflanzzeit: Die Aussaat der winzigen Samen erfolgt idealerweise im Frühjahr (März bis Mai) direkt im Wurzelbereich der Wirtspflanze.
Wuchshöhe: Beachte bei der Planung die feste Endhöhe von 0.3 m.
Düngung: Verzichte komplett auf Dünger, da dieser die Verbindung zwischen Parasit und Wirt stören kann.
Vermehrung: Lass die verblühten Stände im Spätsommer stehen, damit sich die leichten Samen durch den Wind verteilen können.
Pflege: Die Pflanze darf nicht umgesetzt werden, da die unterirdische Saugverbindung zum Wirt sonst abreißt.
Gute Partnerin: Echter Hopfen (Humulus lupulus) – er dient als robuster Wirt und bildet die lebensnotwendige Basis für diese seltene Sommerwurz.
Die Ästige Sommerwurz (Orobanche ramosa) gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). In Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt sie als indigen (einheimisch) oder als Archäophyt (vor 1492 eingewandert) und ist mit der Roten Liste Stufe 2 als stark gefährdet eingestuft. Ihr natürlicher Lebensraum sind xerotherme Standorte (trockene, warme Plätze) sowie Äcker, wo sie parasitisch an den Wurzeln anderer Pflanzen lebt. Morphologisch auffällig ist der verzweigte, drüsig behaarte Stängel, der eine Wuchshöhe von 0.3 m erreicht. Da sie keine Photosynthese betreibt, besitzt sie nur schuppenförmige Blattreste ohne Blattgrün.
1 Video zu Ästige Sommerwurz

4 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →