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Familie: Aradidae
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Wenn du bei der Gartenarbeit einen Holzstapel oder einen umgestürzten Baumstamm untersuchst, achte einmal auf die Rinde. Dort begegnet dir mit etwas Glück die Flache Rindenwanze (Aradus depressus). Sie ist ein wahrer Spezialist für das Leben in engen Spalten. Mit ihrem extrem flachen Körper, der kaum dicker als ein Blatt Papier ist, gleitet sie mühelos unter die abblätternde Rinde von Laubbäumen. Ihre Färbung ist ein unauffälliges, bräunliches Schattenspiel, das sie perfekt tarnen lässt. Im Gegensatz zu vielen anderen Wanzenarten saugt sie nicht an anderen Tieren, sondern ernährt sich von Pilzmyzelen, also dem fadenförmigen Geflecht von Pilzen, das im morschen Holz wächst.
Der Lebenszyklus der Flachen Rindenwanze ist eng an den Zerfallsprozess von Totholz gebunden. Die erwachsenen Tiere, die Imagines – so nennt man die ausgewachsenen, geschlechtsreifen Insekten –, überwintern in den geschützten Spalten unter der Rinde. Sobald die Temperaturen im Frühjahr steigen, werden sie aktiv. Die Paarung und die anschließende Eiablage finden in den Rindenspalten statt. Die Larven, die in ihrer Gestalt den Eltern bereits ähneln, entwickeln sich über den Sommer unter der Rinde weiter, wo sie kontinuierlich ihre Nahrung – die Pilzgeflechte – vorfinden. Im Spätsommer oder frühen Herbst gehen sie dann in das nächste Stadium über.
Die Flache Rindenwanze ist ein absolut harmloses und zudem nützliches Insekt, das keine Schutzmaßnahmen erfordert. Sie ist kein Schädling und überträgt keine Krankheiten. Bitte verzichte im Sinne der ökologischen Vielfalt auf den Einsatz von Insektiziden oder chemischen Holzschutzmitteln an altem Holz. Der beste Schutz für dieses Tier ist der Erhalt von naturbelassenem Totholz, da dies die notwendige Lebensgrundlage für ihre Nahrung bildet.
Die Flache Rindenwanze gehört zur Familie der Aradidae, den Rindenwanzen. Ihr wissenschaftlicher Name Aradus depressus bezieht sich direkt auf ihren abgeflachten Körperbau (depressus = niedergedrückt). Wie alle Vertreter ihrer Familie besitzt sie ein auffälliges Schildchen am Rücken und oft deutlich strukturierte Fühler. Als sogenannte mycetophage Art – das heißt, sie ist auf die Ernährung durch Pilze spezialisiert – spielt sie eine wichtige Rolle beim Abbau von Totholz. Da sie keine schädlichen Auswirkungen auf gesundes Holz oder deine Gartenpflanzen hat, ist sie ein rein ökologischer Akteur im Kreislauf des Gartens.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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Stand: 16.05.2026. Korrekturen können über das Feedback-Formular gemeldet werden.