Bild folgtKI-generierte IllustrationOrobanche picridis
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An ihrem bleichen, gelblich-braunen Stängel ohne jedes Blattgrün lässt sich die Bitterkraut-Sommerwurz sofort erkennen. Da sie ein Vollschmarotzer (Pflanze ohne Photosynthese, die alle Nährstoffe von einer Wirtspflanze bezieht) ist, wirkt sie fast wie ein botanisches Skelett. Für deinen Naturgarten ist sie ein wertvolles Zeichen höchster Biodiversität, da sie auf der Roten Liste mit der Stufe 2 als stark gefährdet gilt. Von ihrer Anwesenheit profitieren seltene Falter wie der Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina). Wenn diese seltene Art bei dir auftaucht, darfst du dich über ein echtes ökologisches Juwel freuen.
Stark gefährdete Rarität: Ein biologisches Wunderwerk für seltene Scheckenfalter.
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Diese Pflanze ist eine hochspezialisierte Nahrungsquelle für bedrohte Insektenarten. Nach aktuellen Bestäubungsdaten wird sie vor allem von Scheckenfaltern besucht, darunter der Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina), der Westliche Scheckenfalter (Melitaea celadussa) und der Östliche Scheckenfalter (Melitaea britomartis). Während viele Gartenpflanzen Generalisten anlocken, sichert die Bitterkraut-Sommerwurz das Überleben dieser spezialisierten Schmetterlinge. Da sie keine grünen Blätter besitzt, dient sie nicht als Raupenfutter, ist aber als Nektarquelle in trockenen Lebensräumen ein unverzichtbarer Baustein im regionalen Ökosystem.
Die Bitterkraut-Sommerwurz wird als nicht kindersicher eingestuft. Da sie Inhaltsstoffe enthält, die bei Verzehr problematisch sein können, sollten Kinder und Haustiere von der Pflanze ferngehalten werden. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs wende dich bitte umgehend an den Giftnotruf unter der Telefonnummer 0228 19 240.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Jun – Jul
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Standort: Wähle einen vollsonnigen, warmen Platz, idealerweise eine Magerwiese oder eine trockene Böschung.
Boden: Die Erde muss nährstoffarm und gut durchlässig sein; Staunässe verträgt die Pflanze nicht.
Ansiedlung: Da sie ein Schmarotzer ist, kannst du sie nur etablieren, indem du ihre feinen Samen direkt im Wurzelbereich der Wirtspflanze ausbringst.
Wirtspflanze: Die Anwesenheit des Gewöhnlichen Bitterkrauts (Picris hieracioides) ist zwingend erforderlich.
Pflanzzeit: Säe die Samen im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst aus, solange der Boden offen ist.
Pflege: Verzichte komplett auf Dünger, da dieser die empfindliche Symbiose zwischen Schmarotzer und Wirt stört.
Schutz: Jäte niemals das Bitterkraut in der Nähe der Sommerwurz, da du ihr damit die Lebensgrundlage entziehst.
Partnerempfehlung: Die beste Partnerin ist das Gewöhnliche Bitterkraut (Picris hieracioides) – ohne diesen spezifischen Wirt kann die Sommerwurz nicht überleben.
Die Bitterkraut-Sommerwurz (Orobanche picridis) gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae). In Deutschland, Österreich und der Schweiz besiedelt sie bevorzugt Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen) und sonnige Böschungen. Als krautige Pflanze ohne Chlorophyll (Blattgrün) lebt sie gänzlich parasitisch auf den Wurzeln des Gewöhnlichen Bitterkrauts (Picris hieracioides). Ihr Vorkommen ist daher untrennbar an die Präsenz und Vitalität ihrer spezifischen Wirtspflanze gebunden.
1 Video zu Bitterkraut-Sommerwurz

3 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →