Bild folgtKI-generierte IllustrationGentianella amarella
Auch bekannt als: Gentianella amarella, Bitterer Fransenenzian, Blattwinkelblütiger Enzian, Herbstenzian
Artengruppe
8
Arten
interagieren
11
Interaktionen
dokumentiert
Wer den Bitteren Kranzenzian einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Auffällig sind die violetten Blütenkelche mit ihrem charakteristischen Fransenring im Inneren. Da die Art in der Natur mit der Roten Liste 1 als vom Aussterben bedroht gilt, leistest du mit ihrer Ansiedlung im Garten einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz. Besonders spezialisierte Falter wie der Goldene Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) und die seltene Heidehummel (Bombus jonellus) sind auf das Nektarangebot im Hochsommer angewiesen. Wenn du einen sonnigen, eher nährstoffarmen Standort hast, wird dieser Enzian zum ökologischen Highlight. Trau dich ruhig an diese botanische Kostbarkeit heran.
Rote-Liste-Juwel: Ein 17 cm kleiner Rettungsanker für seltene Scheckenfalter.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist der Bittere Kranzenzian eine Lebensversicherung für den Goldenen Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) und die Art Melitaea varia. Auch der Hochmoor-Gelbling (Colias palaeno) und der Komma-Dickkopffalter (Hesperia comma) nutzen ihn als wichtige Energiequelle. Unter den Wildbienen profitieren besonders die Heidehummel (Bombus jonellus) und die Ackerhummel (Bombus pascuorum) vom Nektar. Da die Samen mit nur 0,1451 mg federleicht sind, nutzt die Pflanze den Wind zur Fernausbreitung. Dies funktioniert im Garten besonders gut, wenn du zwischen den Pflanzen kleine offene Bodenstellen für die Keimung belässt.
Der Bittere Kranzenzian wird als nicht kindersicher eingestuft. Er enthält intensive Bitterstoffe, die bei Verzehr zu Unwohlsein führen können. Da er in der Natur vom Aussterben bedroht ist, sollte er im Garten ohnehin nur mit den Augen genossen werden. Achte darauf, ihn nicht in die Nähe von Spielbereichen für Kleinkinder oder Haustiere zu setzen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jul – Aug
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Nektarwert
1
Pollenwert
1
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.167 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Platz (Lichtwert 8), damit die Blüten ihre volle Pracht entfalten.
Der Boden muss mager sein (Schwachzehrer); vermeide jegliche Düngung, da er sonst von Gräsern überwachsen wird.
Achte auf ein kalkhaltiges/basisches Substrat; saure Böden verträgt die Art nicht.
Halte den Boden frisch (mäßig feucht), aber vermeide Staunässe.
Pflanzzeit ist im Frühjahr (März-Mai) oder im Herbst bis zum ersten Bodenfrost.
Berücksichtige bei der Pflanzung die geringe Wuchshöhe von 0,17 m, damit er nicht verdeckt wird.
Lass verblühte Stängel unbedingt stehen, damit sich die extrem leichten Samen (0,1451 mg) durch den Wind ausbreiten können.
Gute Partnerin: Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) — sie liebt ebenfalls kalkhaltige Standorte und ergänzt die Blütezeit im Frühjahr perfekt.
Der Bittere Kranzenzian (Gentianella amarella) gehört zur Familie der Enziangewächse (Gentianaceae) und ist in Deutschland sowie Österreich indigen (einheimisch). Er ist ein typischer Bewohner von Kalkmagerrasen (nährstoffarme, kalkreiche Trockenwiesen) und gilt als Archäophyt (eine Pflanze, die vor 1492 ohne direktes menschliches Zutun oder durch frühen Handel einwanderte). Mit einer Wuchshöhe von genau 0,17 m bleibt er recht klein. Als Schwachzehrer (Pflanze, die an stickstoffarme Böden angepasst ist) besiedelt er bevorzugt basenreiche Standorte. Er nutzt eine arbuskuläre Mykorrhiza (AM), eine enge Lebensgemeinschaft zwischen seinen Wurzeln und Bodenpilzen zur Nährstoffaufnahme.
8 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•EuPPollNet — Kuppler et al. (2025), DOI: 10.1111/geb.70000 (CC BY 4.0)
•Database of Pollinator Interactions (DoPI) — Pocock et al. (2022), DOI: 10.1002/ecy.3801 (CC BY)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →