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Familie: Tabanidae
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Wenn du an einem warmen Sommertag im Garten plötzlich ein surrendes Geräusch hörst und sich ein eher unauffälliges, gräuliches Insekt auf deinen Unterarm setzt, hast du es möglicherweise mit einer Regenbremse, wissenschaftlich Haematopota bigoti, zu tun. Diese Fliege ist kleiner als die bekanntere Rinderbremse und fällt vor allem durch ihre auffällig marmorierten Flügel auf, die in Ruhestellung dachartig über dem Hinterleib liegen. Ihre Facettenaugen, also die aus vielen Einzelaugen zusammengesetzten Komplexaugen, schimmern oft in grünlichen oder kupferfarbenen Tönen. Es sind bei dieser Art ausschließlich die Weibchen, die auf der Suche nach einer Blutmahlzeit sind, da sie die Proteine für die Entwicklung ihrer Eier benötigen. Männliche Individuen hingegen besuchen Blüten, um Nektar als Energiequelle aufzunehmen, und sind daher völlig harmlos.
Der Lebenszyklus von Haematopota bigoti ist eng an die warme Jahreszeit gebunden. Die erwachsenen Tiere, die sogenannten Imagines – das ist das voll entwickelte, geschlechtsreife Stadium –, treten schwerpunktmäßig zwischen Juni und August auf. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eigelege an Pflanzen in unmittelbarer Nähe zu feuchten Habitaten ab. Die daraus schlüpfenden Larven durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien im feuchten Erdreich, wobei sie dort auch überwintern. Im späten Frühjahr erfolgt dann die Verpuppung, aus der nach einigen Wochen die neue Generation schlüpft, um den Zyklus von vorn zu beginnen.
Der Stich einer Regenbremse wird oft als schmerzhafter empfunden als der einer Mücke, da die Mundwerkzeuge keine Kanüle sind, sondern eher wie kleine Messer funktionieren, um die Haut einzuritzen. Dies nennt man einen Scher- oder Saugstich. Um Stiche zu vermeiden, hilft helle, körperbedeckende Kleidung, da Bremsen auf dunkle Farben und Wärmequellen reagieren. Falls du gestochen wirst, hilft eine punktuelle Kühlung der Einstichstelle. Da Bremsen auf Insektizide – also chemische Mittel zur Insektenbekämpfung – sehr unterschiedlich reagieren und der Einsatz solcher Substanzen das ökologische Gleichgewicht im Garten nachhaltig stört, rate ich dringend von deren Verwendung ab.
Haematopota bigoti gehört zur Familie der Bremsen (Tabanidae), einer Gruppe spezialisierter Zweiflügler. Die Gattung Haematopota unterscheidet sich von anderen Vertretern der Familie durch ihre charakteristische Flügelzeichnung, die an ein feines Mosaik erinnert. Biologisch gesehen handelt es sich um tagaktive Insekten, die durch optische Reize, wie Bewegungen und Kontraste, sowie durch die Wahrnehmung von Kohlendioxid in der Atemluft ihrer Wirte angelockt werden. Die Larven dieser Art entwickeln sich bevorzugt in feuchten Böden, etwa in der Nähe von Teichrändern oder in zeitweise überschwemmten Wiesenbereichen, wo sie als Räuber von kleineren Bodenorganismen leben.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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Stand: 16.05.2026. Korrekturen können über das Feedback-Formular gemeldet werden.