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Wenn du abends bei der Gartenarbeit unter einem flachen Stein oder einem Totholzstück nachschaust, begegnest du vielleicht einer eher unauffälligen, dunkel gefärbten Spinne. Haplodrassus moderatus gehört zur Familie der Plattbauchspinnen (Gnaphosidae). Ihr Name ist hier Programm: Sie besitzen einen abgeflachten Körper, der es ihnen erlaubt, in schmalen Spalten zwischen Steinen oder unter der Rinde von Gehölzen zu jagen. Im Gegensatz zu den Netzspinnen, die wir oft in den Ecken unserer Gartenlaube finden, baut diese Art kein Fangnetz. Sie ist eine sogenannte freijagende Spinne, die sich aktiv auf den Weg macht, um ihre Beute im Unterholz aufzuspüren.
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Der Lebenszyklus dieser Spinnenart erstreckt sich meist über ein Jahr. Die erwachsenen Tiere lassen sich vor allem im Frühjahr und Frühsommer beobachten, wenn sie auf Partnersuche sind. Die Eiablage findet in einem flachen, meist weißlichen Eikokon statt, der gut versteckt in einer Spalte oder unter einem Stein befestigt wird. Die Jungspinnen schlüpfen im Laufe des Sommers und überwintern häufig als halbwüchsige Tiere in geschützten Bodenbereichen, um im darauffolgenden Jahr ihre volle Größe zu erreichen.
Es besteht absolut kein Grund zur Sorge. Haplodrassus moderatus ist ein völlig harmloses und zudem äußerst nützliches Glied in der Nahrungskette deines Gartens. Sie reguliert die Population kleinerer Bodenbewohner auf natürliche Weise. Da sie keine Netze spinnt, die an Gartenmöbeln oder Wegen stören könnten, bemerkst du sie oft gar nicht. Solltest du ihr beim Umgraben oder beim Verschieben von Steinen begegnen, lass sie einfach in Ruhe ziehen – sie wird sofort wieder in ihre nächste Spalte flüchten.
Die Gattung Haplodrassus ist in Europa weit verbreitet. Zur Einordnung: Wir sprechen hier von der Familie der Gnaphosidae (Plattbauchspinnen). Ein morphologisches – also den Körperbau betreffendes – Merkmal dieser Familie sind die ausgeprägten, zylindrischen Spinnwarzen, die am Hinterleibsende deutlich hervorstehen. Haplodrassus moderatus bevorzugt meist feuchtere Lebensräume, weshalb man sie häufig in der Nähe von Teichrändern oder in schattigen, moderat feuchten Staudenbeeten findet. Wie alle Vertreter ihrer Gattung ist sie keine Gefahr für den Menschen; ihre Kieferklauen (Chelizeren) sind zu schwach, um unsere menschliche Haut zu durchdringen.
•TraitCH — CC BY 4.0TraitCH 2.0 contributors; imported as source-preserving NaturKompass taxon evidence.
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Stand: 06.05.2026. Korrekturen können über das Feedback-Formular gemeldet werden.