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Familie: Phalangiidae
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Wenn du im Spätsommer an einer schattigen Hauswand oder an Baumstämmen im Garten kleine, fast kreisrunde Tierchen mit auffallend langen, dünnen Beinen entdeckst, hast du wahrscheinlich Leiobunum blackwalli vor dir. Als Vertreter der Weberknechte wirkt der Körper fast schwebend über dem Untergrund. Im Gegensatz zu Webspinnen besitzen Weberknechte keinen deutlich abgesetzten Vorder- und Hinterleib, sondern einen kompakten, ovalen Körper. Ein besonderes Merkmal dieser Art ist ihre Fähigkeit, sich bei Gefahr sehr flach an den Untergrund zu pressen oder bei Berührung eines Beines dieses gezielt abzuwerfen – ein Prozess, den wir Autotomie nennen. Das abgeworfene Bein zuckt für eine Weile weiter, was die Aufmerksamkeit von Fressfeinden ablenkt, während sich das Tier in Sicherheit bringt.
Der Lebenszyklus dieser Weberknechte ist einjährig. Im Frühjahr schlüpfen die Jungtiere aus den Eiern, die im Vorjahr in geschützten Bodenritzen oder unter Rinden abgelegt wurden. Über den Sommer hinweg wachsen sie durch mehrere Häutungen – das Abstreifen der zu eng gewordenen Außenhaut – heran. Ab August und bis in den späten Herbst hinein sind die adulten, also ausgewachsenen Tiere am häufigsten zu beobachten, da sie sich nun aktiv fortpflanzen. Nach der Eiablage im Herbst endet der Lebenszyklus der Elterngeneration, sodass die Art den Winter ausschließlich im Eistadium überdauert.
Für uns Menschen ist Leiobunum blackwalli völlig ungefährlich. Im Gegensatz zu vielen echten Spinnen besitzen Weberknechte keine Giftdrüsen und können daher weder beißen noch Gift injizieren. Sie sind zudem nicht in der Lage, Spinnenseide zu produzieren; sie benötigen also keine Netze. Das Tier stellt für den Menschen und für Haustiere keine Gefahr dar und kann getrost im Garten belassen werden, wo es als Teil der biologischen Vielfalt seinen Platz findet.
Leiobunum blackwalli gehört zur Ordnung der Weberknechte (Opiliones) und innerhalb dieser zur Familie der Phalangiidae. Ein wesentliches anatomisches Merkmal ist die Verbindung von Kopfbrust und Hinterleib, die bei ihnen wie ein einheitliches Stück wirkt. Sie verfügen über ein einzelnes Augenpaar, das auf einem kleinen, mittig gelegenen Hügel, dem sogenannten Augenhügel, thront. Diese Art ernährt sich überwiegend von kleinen, weichhäutigen Gliederfüßern oder organischen Resten, was sie zu einem völlig harmlosen Mitbewohner in unseren Gärten macht.
•TraitCH — CC BY 4.0TraitCH 2.0 contributors; imported as source-preserving NaturKompass taxon evidence.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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Stand: 16.05.2026. Korrekturen können über das Feedback-Formular gemeldet werden.