Bild folgtKI-generierte IllustrationLolium temulentum
Auch bekannt als: Taumel-Lolch, Taumellolch, ivraie enivrante, Rauschgras
Artengruppe
1
Arten
interagieren
2
Interaktionen
dokumentiert
An seinen kräftigen, aufrechten Ähren lässt sich der Taumel-Lolch (Lolium temulentum) sofort erkennen. Als Archäophyt (eine Pflanze, die bereits vor 1492 durch den Menschen eingeführt wurde) ist dieses Gras ein faszinierendes Stück unserer Kulturgeschichte, das heute in der freien Natur fast verschwunden ist. Im Naturgarten ist er besonders wertvoll, da er als Futterpflanze für den Schmetterling Bacchantin (Hipparchia fagi) dient. Auch wenn er kein klassischer Blütenstar ist, bringt er Struktur und ökologische Tiefe in deine Beete. Probiere es aus und gib diesem seltenen Gast eine Chance in deinem grünen Reich.
Ein seltenes Stück Ackergeschichte: Futterpflanze für den Bacchantin-Falter.
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Nach aktuellen Beobachtungsdaten ist der Taumel-Lolch eine wichtige Futterquelle für die Raupen des Schmetterlings Bacchantin (Hipparchia fagi). Die schweren Diasporen (Ausbreitungseinheiten) wiegen etwa 8.4948 mg, was bedeutet, dass sich die Pflanze eher über kurze Distanzen oder durch am Boden lebende Tiere ausbreitet. Als Gras bietet er zudem Schutz und Struktur für bodennah lebende Insekten. In einer Zeit, in der viele Ackerwildkräuter durch intensive Landwirtschaft verdrängt wurden, bietet dein Garten einen wertvollen Rückzugsort für diese bedrohte Artengruppe. Vögel nutzen die reifen Samen im Spätsommer als nahrhafte Ergänzung.
Der Taumel-Lolch ist nicht kindersicher und sollte mit Vorsicht gepflanzt werden. Die Samen können durch einen Pilzbefall giftige Alkaloide enthalten, die bei Verzehr Schwindel (das namensgebende Taumeln) verursachen. Achte darauf, dass Kinder oder Haustiere keine Pflanzenteile essen. Im Notfall kontaktiere den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jun – Aug
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.675 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Licht: Wähle einen vollsonnigen Platz (Lichtzahl 7), damit das Gras kräftig gedeiht.
Boden: Ein normaler Gartenboden (Mittelzehrer) ist ideal; er sollte weder extrem mager noch überdüngt sein.
Feuchtigkeit: Halte den Boden frisch (Feuchtezahl 5), also mäßig feucht, aber vermeide Staunässe.
Kalkgehalt: Achte auf einen kalkhaltigen oder basischen Boden (Reaktionszahl 8), gegebenenfalls mit etwas Algenkalk nachhelfen.
Pflanzzeit: Die beste Zeit für die Aussaat oder Pflanzung ist im Frühjahr von März bis Mai.
Pflege: Da die Pflanze einjährig ist, solltest du die Samenstände im Spätsommer ausreifen lassen, um eine Selbstaussaat zu ermöglichen.
Wuchs: Mit einer Höhe von 0.68 m passt er gut in den mittleren Bereich von Beeten.
Gute Partnerin: Die Kornblume (Cyanus segetum) – sie teilt die Vorliebe für sonnige Standorte und ergänzt das Gras optisch perfekt in einer nachempfundenen Ackerwildkraut-Gemeinschaft.
Der Taumel-Lolch gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und zur Gattung Lolium. Ursprünglich war er ein typischer Begleiter in Getreidefeldern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, gilt dort jedoch mittlerweile als extrem selten oder regional verschollen. Er wächst als einjähriges Gras und erreicht eine präzise Wuchshöhe von 0.68 m. Die Blätter sind auffallend breitflächig (1476.5 mm²), was ihn von vielen feineren Gräsern unterscheidet. In der Natur besiedelt er bevorzugt frische, kalkhaltige Böden an sonnigen Standorten.
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →