Bild folgtKI-generierte IllustrationLycopodium clavatum
Auch bekannt als: Kolben-Bärlapp, lycopode en massue, Kolbenbärlapp
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
Du erkennst den Keulen-Bärlapp an seinen kriechenden, moosähnlichen Trieben, aus denen im Sommer aufrechte, gabelige Äste mit markanten, keulenförmigen Sporenträgern ragen. Diese Pflanze ist ein botanisches Relikt aus der Urzeit und heute leider in ihrem Bestand gefährdet, weshalb sie in deinem Garten ein echter Beitrag zum aktiven Artenschutz ist. Besonders der Mausgraue Schnellkäfer (Agrypnus murinus) profitiert von den dichten, immergrünen Matten als Lebensraum. Da die Art eine Lebensgemeinschaft mit Bodenpilzen eingeht, zeigt sie dir, dass dein Gartenboden biologisch intakt ist. Wenn du einen nährstoffarmen, lichten Platz hast, kannst du dieser seltenen Schönheit eine Heimat bieten.
Lebendes Fossil: Ein gefährdeter Urzeit-Schatz für deinen Naturgarten.
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Ökologisch gesehen ist der Keulen-Bärlapp ein hochspezialisierter Lebensraumspender. Er bietet dem Mausgrauen Schnellkäfer (Agrypnus murinus) Schutz und Jagdgründe innerhalb seiner dichten Bodenstrukturen. Da er eine arbuskuläre Mykorrhiza (AM, eine spezielle Form der Pilzsymbiose im Wurzelraum) eingeht, stärkt er das komplexe Netzwerk der Bodenorganismen. Im Winter dienen seine immergrünen Triebe als wichtiger Unterschlupf für bodennahe Kleintiere. Obwohl er keinen Nektar produziert, ist er als Zeigerpflanze für nährstoffarme Standorte ein unverzichtbarer Teil der regionalen Biodiversität und fördert die Stabilität magerer Pflanzengesellschaften.
Der Keulen-Bärlapp ist nicht kindersicher, da er Alkaloide (Pflanzengifte) enthält, die bei Verzehr zu Unwohlsein führen können. Zudem können die extrem feinen Sporen bei direktem Einatmen die Schleimhäute reizen. Eine Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit anderen Bärlapp-Arten, die jedoch ähnliche Standorte besiedeln und ebenfalls geschützt sind.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jul – Aug
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Farn
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.13 m
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz in deinem Garten.
Boden: Die Pflanze benötigt einen Schwachzehrer-Boden (nährstoffarmer Magerboden), der kalkarm und eher sauer ist.
Feuchtigkeit: Ideal ist eine frische Bodenfeuchte, was einer mäßig feuchten Erde entspricht, die niemals ganz austrocknen sollte.
Pflanzzeit: Setze junge Pflanzen idealerweise von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November, solange der Boden noch offen und frostfrei ist.
Pflege: Der Keulen-Bärlapp darf niemals gedüngt werden, da dies die lebensnotwendige Mykorrhiza (Symbiose zwischen Pilz und Wurzel) zerstört.
Rückschnitt: Ein Rückschnitt ist nicht notwendig, da die Pflanze wintergrün ist und sehr langsam wächst.
Vermehrung: Er breitet sich selbstständig über seine kriechenden Ausläufer aus, sofern der Boden ungestört bleibt.
Gute Partnerin: Das Heidekraut (Calluna vulgaris) eignet sich hervorragend, da beide die gleichen Standortansprüche an saure, magere Böden teilen und sich optisch ergänzen.
Der Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum) gehört zur Familie der Bärlappgewächse (Lycopodiaceae) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch. Er besiedelt bevorzugt magere Heiden, lichte Wälder und Borstgrasrasen (nährstoffarme Wiesen mit charakteristischen Gräsern). Morphologisch auffällig sind die bis zu vier Meter langen, am Boden kriechenden Hauptsprosse, von denen weiche, nadelartige Blätter abstehen. Da er sich über Sporen vermehrt, zählt er zu den Gefäßsporenpflanzen und nimmt eine evolutionäre Zwischenstellung zwischen Moosen und Farnen ein.
1 Video zu Keulen-Bärlapp

•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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