
Nardus stricta
Auch bekannt als: Bürstling, Borstgräser
9
Arten
interagieren
15
Interaktionen
dokumentiert
7
Wirtsbeziehungen
Arten
An den extrem schmalen, borstig-starren Blättern, die meist dicht in harten Horsten (Pflanzenpolstern) zusammenstehen, lässt sich das Borstgras (Nardus stricta) sofort erkennen. Dieses Gras ist ein unverzichtbarer Baustein für einen Naturgarten, da es als spezialisierte Kinderstube für bedrohte Schmetterlinge wie den Heufalter (Coenonympha pamphilus) dient. Da es auf der Roten Liste in der Vorwarnliste geführt wird, leistest du mit seiner Ansiedlung einen aktiven Beitrag zum Artenschutz. Wenn du einen sonnigen, eher mageren Bereich in deinem Garten hast, zeigst du mit diesem Gras echtes Gespür für ökologische Nischen.
Überlebenshilfe für den Heufalter: Robustes Borstgras für magere Gartenstellen.
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Nach aktuellen Beobachtungsdaten ist das Borstgras eine essentielle Raupenfutterpflanze für zahlreiche Falter. Besonders die Raupen der Gelbflügel-Raseneule (Tholera decimalis), der Dreizack-Graseule (Cerapteryx graminis) und der Großen Raseneule (Mniotype adusta) sind auf die Bestände angewiesen. Auch der seltene Brocken-Mohrenfalter (Erebia pandrose) profitiert von diesem Gras. Als ausgewachsene Falter besuchen unter anderem der Gelbbindige Mohrenfalter (Erebia meolans) und der Heufalter (Coenonympha pamphilus) das Borstgras. Im Winter dienen die harten Halme und Samen zudem als wichtiger Rückzugsort und Nahrungsquelle für Vögel.
Das Borstgras wird als nicht kindersicher eingestuft, da die Blätter sehr starr und borstig sind, was zu mechanischen Reizungen der Haut führen kann. Es besteht jedoch keine Verwechslungsgefahr mit giftigen Gräsern. Die Pflanze selbst enthält keine bekannten Giftstoffe.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mai – Jun
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.2 m
Wähle für das Borstgras einen vollsonnigen Platz in deinem Garten aus.
Der Boden sollte als Schwachzehrer-Standort mager, also nährstoffarm und kalkfrei sein.
Achte darauf, dass die Erde frisch (mäßig feucht) bleibt, Staunässe solltest du jedoch vermeiden.
Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis November.
Da die Pflanze eine AM (Arbuskuläre Mykorrhiza - eine Symbiose mit Pilzen) eingeht, verzichte bitte komplett auf Kunstdünger.
Ein Rückschnitt der alten Halme erfolgt erst im späten Februar, um Überwinterungsplätze zu erhalten.
Die Vermehrung gelingt am besten durch die Teilung der Horste im zeitigen Frühjahr.
Eine Düngung ist kontraproduktiv, da das Gras sonst von wüchsigeren Arten verdrängt wird.
Gute Partnerin: Die Besenheide (Calluna vulgaris) – beide teilen die Vorliebe für saure, magere Böden und ergänzen sich optisch hervorragend im Heidegarten-Stil.
Das Borstgras (Nardus stricta) gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet. Sein natürlicher Lebensraum sind bodensaure Magerrasen (nährstoffarme Wiesen auf saurem Boden) und Heidelandschaften. Ein besonderes Merkmal sind die einseitswendigen Ähren (Blütenstände, bei denen die kleinen Blüten nur auf einer Seite des Halms sitzen). Es ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die sehr langlebig ist und durch ihre Mykorrhiza (Lebensgemeinschaft mit Bodenpilzen) die Bodenstruktur stabilisiert.
7 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock
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