Bild folgtKI-generierte IllustrationOrchis morio
Auch bekannt als: Orchis morio
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Wer das Kleine Knabenkraut (Orchis morio) einmal gesehen hat, vergisst es nicht: Mit seinen purpurfarbenen Blüten, deren seitliche Blätter wie ein kleiner gestreifter Helm geformt sind, ist es eine wahre Rarität. Diese Orchidee ist in unserer Region indigen (einheimisch), gilt aber laut Roter Liste 2 als stark gefährdet. Da sie eine AM (Arbuskuläre Mykorrhiza – eine Symbiose mit Bodenpilzen) zum Überleben benötigt, ist sie ein Zeichen für einen gesunden, lebendigen Boden. In deinem Garten kannst du dazu beitragen, einen Rückzugsort für diese Kostbarkeit zu schaffen. Mit ein wenig Geduld holst du dir so ein echtes Stück unberührter Natur direkt vor deine Terrasse.
Rote-Liste-Juwel: Hol dir eine der seltensten heimischen Orchideen in den Garten.
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Das Kleine Knabenkraut ist ein hochrangiges Ziel des Artenschutzes, da es als stark gefährdete Art der Roten Liste 2 eingestuft wird. Sein ökologischer Wert liegt vor allem in der spezialisierten Lebensweise als Mykorrhiza-Pflanze, die auf ein intaktes Bodenleben angewiesen ist. Da für diese Art keine spezifischen Bestäubungsdaten in der Datenbank vorliegen, konzentriert sich die Bedeutung auf den Erhalt der genetischen Vielfalt indigener (einheimischer) Orchideen. Sie fungiert als Zeigerpflanze für ökologisch wertvolle, stickstoffarme Standorte. Mit der Ansiedlung in deinem Garten förderst du die biologische Vielfalt auf mikrobieller Ebene im Erdreich. Jedes Exemplar hilft dabei, die regionale Flora in ihrer ursprünglichen Form zu bewahren.
Die Pflanze ist nicht kindersicher und sollte nicht verzehrt werden. Da sie unter strengem Naturschutz steht, ist das Ausgraben oder Pflücken in der freien Natur streng verboten. Im Garten besteht aufgrund der speziellen Blütenform kaum Verwechslungsgefahr mit essbaren Wildkräutern, dennoch sollten Kinder über den Schutzstatus aufgeklärt werden.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Mai – Mai
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Pflanzzeit: Setze die Knollen entweder im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis Ende November, solange der Boden offen ist.
Standort: Wähle einen vollsonnigen Platz, der den Charakter einer Magerwiese (nährstoffarme Wiese) widerspiegelt.
Boden: Das Substrat muss kalkhaltig, mager und sehr gut durchlässig sein; Staunässe ist unbedingt zu vermeiden.
Mykorrhiza: Die Pflanze lebt in Symbiose mit einer AM (Arbuskulären Mykorrhiza – Bodenpilze), weshalb du auf Kunstdünger und Fungizide verzichten musst.
Pflege: Düngung ist nicht notwendig und sogar schädlich, da die Orchidee an nährstoffarme Verhältnisse angepasst ist.
Mahd: Mähe den Bereich erst im Spätsommer, wenn die Samenkapseln aufgesprungen sind und das Laub vergilbt ist.
Vermehrung: Die Art vermehrt sich über feinste Flugsamen, die jedoch nur bei Kontakt mit dem passenden Bodenpilz keimen.
Kombination: Als ökologisch passende Partnerin eignet sich das Zittergras (Briza media).
Begründung: Beide Arten kommen in der gleichen regionalen Pflanzengesellschaft vor und teilen sich den Anspruch an kalkreiche, ungedüngte Böden.
Das Kleine Knabenkraut (Orchis morio) gehört zur Familie der Orchideen (Orchidaceae) innerhalb der Ordnung der Spargelartigen. In der DACH-Region ist die Art heimisch und wird aufgrund starker Bestandsrückgänge auf der Roten Liste 2 (stark gefährdet) geführt. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst meist trockene Magerwiesen auf kalkhaltigem Untergrund. Morphologisch (gestaltlich) fällt sie durch ihre zwei unterirdischen Wurzelknollen und die helmförmig zusammengeneigten Blütenblätter auf. Die Pflanze erreicht meist nur eine dezente Wuchshöhe von 10 bis 25 Zentimetern.
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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