Bild folgtKI-generierte IllustrationOrobanche lucorum
Auch bekannt als: Berberitzen-Sommerwurz, Orobanche lucorum
3
Arten
interagieren
3
Interaktionen
dokumentiert
An ihrem markanten, bräunlich bis gelblichen Wuchs ohne grünes Blattwerk lässt sich die Hellerkraut-Sommerwurz (Orobanche lucorum) sofort erkennen. Da sie kein Chlorophyll (Blattgrün) besitzt, lebt sie als Schmarotzer an anderen Pflanzen und entzieht ihnen Nährstoffe. Für deinen Naturgarten ist sie eine botanische Kostbarkeit, die spezialisierte Schmetterlinge wie den Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina) oder den Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea celadussa) anzieht. Mit dieser Pflanze förderst du gezielt seltene Insektenarten, die auf solche Nischen angewiesen sind. Wenn du eine Schwäche für das Außergewöhnliche hast, ist dieser faszinierende Gast genau das Richtige für dich.
Geheimnisvolle Spezialistin: Magnet für seltene Scheckenfalter von Juni bis August.
Klicken hebt Verbindungen hervor · Nochmals klicken öffnet die Artenseite
Netzwerk wird geladen...
Nach aktuellen Beobachtungsdaten ist die Hellerkraut-Sommerwurz eine wichtige Anlaufstelle für spezialisierte Schmetterlinge. Besonders der Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina), der Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea celadussa) und der Ehrenpreis-Scheckenfalter (Melitaea britomartis) nutzen die Pflanze während der Blütezeit von Juni bis August. Da die Samen mit 0,0062 mg extrem leicht sind, ist die Art auf Windausbreitung angewiesen, um neue Lebensräume zu besiedeln. In deinem Garten dient sie als wertvolle Trittstein-Art für die regionale Insektenwelt. Auch wenn sie keine grünen Blätter für Raupen bietet, ist ihr Nektarangebot für die genannten Falterarten essenziell.
Die Hellerkraut-Sommerwurz wird als nicht kindersicher eingestuft. Da sie als Schmarotzerpflanze eine besondere Biologie besitzt, solltest du sie in Bereichen pflanzen, in denen Kinder nicht direkt spielen. Ein vorsichtiger Umgang ist ratsam, um Hautkontakt oder versehentliches Verschlucken zu vermeiden.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jun – Aug
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.172 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Licht: Wähle einen Platz im Halbschatten (Lichtwert 5), an dem die Pflanze nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt ist.
Boden: Der Untergrund sollte kalkhaltig bis basisch (Reaktionswert 8) sein; mäßig feuchter, frischer Boden (Feuchtewert 6) ist ideal.
Nährstoffe: Ein normaler Gartenboden mit mittlerem Nährstoffgehalt (Mittelzehrer) reicht völlig aus.
Pflanzzeit: Setze sie im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November), solange der Boden offen ist.
Wuchshöhe: Mit 0,17 m ist sie recht klein; achte darauf, dass sie nicht von starkwüchsigen Nachbarn erdrückt wird.
Vermehrung: Die extrem leichten Samen (0,0062 mg) werden durch Wind verbreitet; lass die vertrockneten Stängel im Winter stehen.
Besonderheit: Da sie ein Parasit ist, gedeiht sie nur in unmittelbarer Nähe passender Wirtspflanzen.
Gute Partnerin: Die Berg-Flockenblume (Centaurea montana) eignet sich hervorragend, da sie ähnliche Ansprüche an Kalk und Bodenfeuchte stellt.
Die Hellerkraut-Sommerwurz gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz heimisch. Als krautige Pflanze erreicht sie eine Wuchshöhe von genau 0,17 m und bildet keine grünen Laubblätter, sondern lediglich schuppenartige Blattorgane aus. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst halbschattige, frische Standorte auf kalkhaltigen Böden. In der Fachsprache gilt sie als Vollschmarotzer, was bedeutet, dass sie vollständig auf die Energie ihrer Wirtspflanzen angewiesen ist und selbst keine Photosynthese (Energiegewinnung durch Sonnenlicht) betreibt.
1 Video zu Hellerkraut-Sommerwurz

3 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Middleton-Welling_2020
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →