Bild folgtKI-generierte IllustrationOrobanche lycoctoni
Auch bekannt als: Orobanche lycoctonii
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
Wer die Eisenhut-Sommerwurz (Orobanche lycoctoni) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Sie besitzt kein Blattgrün und erscheint als bleicher, gelblich-brauner Blütenstand, der fast wie eine fremdartige Orchidee aus dem Waldboden ragt. Als seltener Vollschmarotzer (Pflanze, die komplett ohne Photosynthese lebt) ist sie ein echtes Juwel für naturnahe Gärten mit altem Baumbestand. Von ihrer Anwesenheit profitieren spezialisierte Falter wie der Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina) und der Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea celadussa). Wenn du bereits den Gelben Eisenhut im Garten hast, könnte diese Rarität bald dein neuer stolzer Gast sein.
Geheimnisvoller Waldgeist: Die seltene Spezialistin für Schattenplätze.
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Diese Pflanze ist ökologisch hochspezialisiert und bietet vor allem seltenen Schmetterlingen eine wichtige Lebensgrundlage. Nach aktuellen Daten besuchen der Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina), der Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea celadussa) und der Östliche Scheckenfalter (Melitaea britomartis) die Blüten. Da die Eisenhut-Sommerwurz kein Chlorophyll besitzt und somit keine Konkurrenz um Licht darstellt, fügt sie sich perfekt in die Krautschicht ein. Ihr Vorkommen ist ein Indikator für ein intaktes Ökosystem und eine hohe Biodiversität in deinem Garten. Die Samen sind winzig und werden meist durch den Wind oder Ameisen verbreitet.
Die Eisenhut-Sommerwurz ist nicht kindersicher. Da sie eng mit dem hochgiftigen Eisenhut verbunden ist und selbst ungenießbare Inhaltsstoffe enthält, ist im Umgang Vorsicht geboten. Achte darauf, dass Kinder und Haustiere keine Pflanzenteile verzehren. Im Falle eines Unfalls erreichst du den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
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Feuchtigkeit
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Boden
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Blütezeit
—
Bioregion
Continental
Standort: Wähle einen schattigen bis halbschattigen Platz, der dem natürlichen Waldcharakter entspricht.
Boden: Der Untergrund sollte dauerhaft frisch, humos und kalkhaltig sein.
Pflanzung: Da sie ein Parasit ist, lässt sie sich nicht direkt pflanzen. Du musst zuerst den Wirt, den Gelben Eisenhut (Aconitum lycoctonum), erfolgreich ansiedeln.
Vermehrung: Überlasse die Ausbreitung der Pflanze selbst durch Selbstaussaat, indem du die vertrockneten Blütenstände im Herbst stehen lässt.
Düngung: Verzichte auf künstliche Dünger, da diese das empfindliche Gleichgewicht zwischen Schmarotzer und Wirt stören.
Schutz: Da die Art auf der Roten Liste steht, solltest du bestehende Vorkommen im Garten streng vor Trittschäden schützen.
Pflanzpartner: Gelber Eisenhut (Aconitum lycoctonum) – er ist die lebensnotwendige Basis für diese Sommerwurz.
Die Eisenhut-Sommerwurz gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) in der Ordnung der Lippenblütlerartigen (Lamiales). Sie ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch und besiedelt vorzugsweise schattige Schluchtwälder oder feuchte Waldränder. Als Holoparasit (Vollschmarotzer) ist sie für ihr Überleben zwingend auf die Wurzeln des Gelben Eisenhuts (Aconitum lycoctonum) angewiesen. Eine Besonderheit ist ihre arbuskuläre Mykorrhiza (AM), eine spezielle Form der Pilz-Wurzel-Symbiose, die ihren komplexen Nährstoffhaushalt unterstützt.
3 Videos zu Eisenhut-Sommerwurz



3 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →