Bild folgtKI-generierte IllustrationPotentilla erecta
Auch bekannt als: Rotwurz, Dilledapp, tormentille, Tormentill, Gemeiner Tormentill, Siebenfinger, Natternwurz, Natterwurz, Ruhrwurz
61
Arten
interagieren
204
Interaktionen
dokumentiert
4
Wirtsbeziehungen
Arten
Wer die Blutwurz (Potentilla erecta) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Mit ihren leuchtend gelben Blüten, die im Gegensatz zu fast allen anderen Fingerkräutern meist nur vier statt fünf Blütenblätter tragen, ist sie im Garten unverwechselbar. Diese heimische Staude ist ein robuster Überlebenskünstler auf mageren Böden und ökologisch höchst wertvoll. Besonders der Kleine Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus malvae) ist auf sie angewiesen, da seine Raupen die Blätter als Nahrung nutzen. Wenn du eine Stelle im Garten hast, die eher nährstoffarm ist, machst du mit dieser Pflanze alles richtig. Sie bringt über Monate hinweg Farbe und Leben in deine Beete, ohne viel Aufwand zu verursachen.
Vierzähliger Gelbblüher: Die wichtigste Kinderstube für das Kleine Nachtpfauenauge.
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Nach aktuellen Beobachtungsdaten ist die Blutwurz eine unentbehrliche Raupenfutterpflanze für spezialisierte Schmetterlinge. Neben dem Kleinen Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus malvae) profitieren auch das Kleine Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia) und der Grüne Ginsterspanner (Chlorissa viridata) von ihr. Sogar das eher seltene Roseneulchen (Elaphria venustula) nutzt sie zur Fortpflanzung. Durch ihre extrem lange Blütezeit von März bis September stellt sie eine kontinuierliche Nahrungsquelle für fliegende Bestäuber dar. Da sie eine indigene (einheimische) Art ist, passt sie perfekt in das Beziehungsgefüge unserer heimischen Fauna.
Die Blutwurz wird als nicht kindersicher eingestuft. Der Wurzelstock enthält extrem viele Gerbstoffe, die bei versehentlichem Verzehr zu Magen-Darm-Beschwerden führen können. Eine Verwechslung mit giftigen Arten ist aufgrund der charakteristischen vierzähligen Blütenform jedoch fast ausgeschlossen.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mär – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.17 m
Standort: Wähle einen Platz im Halbschatten, dort fühlt sie sich am wohlsten.
Boden: Die Pflanze ist ein Schwachzehrer (kommt mit sehr wenig Nährstoffen aus) und benötigt einen mageren Boden.
Feuchtigkeit: Der Boden sollte frisch (mäßig feucht) sein, aber keine Staunässe aufweisen.
Pflanzzeit: Du kannst sie im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst von September bis November setzen, solange der Boden offen ist.
Pflege: Auf Dünger solltest du komplett verzichten, da die Blutwurz an nährstoffarme Bedingungen angepasst ist.
Vermehrung: Eine Teilung des Wurzelstocks im zeitigen Frühjahr ist die einfachste Methode.
Besonderheit: Da sie sehr robust ist, benötigt sie nach dem Anwachsen kaum zusätzliche Wassergaben.
Kombination: Eine ideale Partnerin ist die Besenheide (Calluna vulgaris). Beide Arten teilen die Vorliebe für saure, magere Standorte und bilden zusammen ein harmonisches Bild in Heidegarten-Bereichen.
Die Blutwurz gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weit verbreitet. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst lichte Wälder, Heiden und Magerwiesen (nährstoffarme Grasflächen). Ein charakteristisches Merkmal ist der kräftige Wurzelstock, der sich beim Anschneiden blutrot verfärbt – ein klarer Hinweis auf den hohen Gehalt an Gerbstoffen. Als Mykorrhiza-Pflanze lebt sie in einer VAR (Vesikulär-Arbuskuläre Mykorrhiza), einer engen Symbiose mit Bodenpilzen, die ihr hilft, auch an kargen Standorten wichtige Nährstoffe aufzunehmen.
34 Arten interagieren mit dieser Pflanze
4 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
23 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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