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Du erkennst die Wald-Streckspinne an ihrem extrem langgestreckten Körper und den auffällig weit nach vorn und hinten ausgestreckten Beinen, mit denen sie sich flach an Zweige schmiegt. Diese Art wird etwa sechs bis zehn Millimeter groß und zeigt oft eine bräunliche oder gelbliche Zeichnung auf dem Hinterleib, dem sogenannten Abdomen. Tagsüber verharrt sie völlig reglos in ihrer Tarnposition auf Rinden oder Blättern heimischer Gehölze wie der Sal-Weide (Salix caprea). In der Dämmerung baut sie ein Radnetz mit offener Nabe – das ist die Mitte des Netzes, die bei dieser Familie nicht mit Fangfäden ausgefüllt ist. Es gibt eine Generation pro Jahr, wobei die Paarung im späten Frühjahr stattfindet. Zu ihrer Nahrung gehören kleine Fluginsekten wie Zuckmücken (Chironomidae), die sie geschickt aus der Luft abfängt. Die Weibchen legen ihre Eier in Kokons ab, die sie geschützt unter loser Rinde oder in dichten Hecken verstecken. Die Jungspinnen schlüpfen im Sommer und wachsen bis zum Herbst heran. Den Winter überdauern die Tiere als Jungspinnen in Starre, meist versteckt in Moospolstern oder tiefen Rindenspalten. Du kannst sie unterstützen, indem du alte Bäume nicht zu stark bescheidest und Totholz sowie Reisighaufen im Garten belässt.
Die Wald-Streckspinne ist völlig harmlos und ein gern gesehener Gartenbesucher. Ihre Kieferklauen sind viel zu schwach, um die menschliche Haut zu durchdringen, zudem ist sie ein sehr friedfertiges Tier, das bei Störung in eine Fluchtstarre verfällt.
Tetragnatha dearmata gehört zur Familie der Dickkieferspinnen (Tetragnathidae), benannt nach den kräftigen Kieferklauen, den Cheliceren. Die Art ist in ganz Europa verbreitet und besiedelt bevorzugt Gehölzstrukturen in Wäldern und Gärten, oft abseits von offenen Wasserflächen. Für Laien ist sie durch ihre charakteristische Ruheposition – die Beine parallel zum Körper gestreckt – und den schlanken Bau leicht als Streckspinne identifizierbar. Sie führt eine dämmerungsaktive Lebensweise und ist ein wichtiger Regulator für Kleininsekten im Garten-Ökosystem.
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Stand: 06.05.2026. Korrekturen können über das Feedback-Formular gemeldet werden.