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Familie: Cimbicidae
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Wenn du im späten Frühjahr an deinen Weiden oder Birken ein Insekt entdeckst, das auf den ersten Blick wie eine dicke, pelzige Hummel wirkt, schau ruhig einmal genauer hin. Es könnte die Große Keulhornblattwespe sein. Trichiosoma latreillii gehört nicht zu den Stechimmen, sondern zu den Pflanzenwespen. Das bedeutet, sie besitzt keinen Giftstachel. Ihr Körper ist dicht behaart und die namensgebenden Fühler enden in einer deutlichen Verdickung, der Keule. Dass sie einer Hummel so ähnlich sieht, nennt man Mimikry – eine Täuschung von Fressfeinden, die so ein wehrhaftes Tier vermuten. In deinem Garten ist sie ein Zeichen für einen intakten Lebensraum mit heimischen Gehölzen, da ihre Larven auf die Blätter von Weiden angewiesen sind.
Der Lebenszyklus beginnt im April oder Mai, wenn die erwachsenen Tiere aus ihren Kokons schlüpfen. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln in das Blattgewebe der Wirtspflanzen ab. Den Sommer über kannst du die Larven beobachten, die meist zusammengerollt auf der Blattunterseite sitzen und erst in der Dämmerung aktiv fressen. Sie sind hellgrün und fein weißlich bestäubt. Im Spätsommer, meist ab August, spinnen sie sich in einen sehr festen, tönnchenförmigen Kokon ein. Diesen befestigen sie entweder direkt an den Zweigen oder sie suchen Schutz in der Streuschicht am Boden. In diesem Kokon überdauert das Tier als Praepupa – ein Ruhestadium vor der eigentlichen Verpuppung – den gesamten Winter, bis im nächsten Frühling der Kreislauf von Neuem beginnt.
Du brauchst dir keine Sorgen um deine Pflanzen oder deine Sicherheit zu machen. Obwohl die Larven an den Blättern fressen, kommt es bei Trichiosoma latreillii nicht zu Kahlfraß, der den Baum gefährden würde. Ein Eingreifen mit Pflanzenschutzmitteln ist daher weder notwendig noch ökologisch sinnvoll. Solltest du eine Larve berühren, kann es sein, dass sie eine grünliche Flüssigkeit aus ihren Stigmen – das sind die seitlichen Atemöffnungen – spritzt. Das ist reiner Selbstschutz und für uns Menschen völlig harmlos. Lass die Tiere einfach gewähren; sie sind ein faszinierender Teil der biologischen Vielfalt in deinem Garten und dienen wiederum Vögeln als wichtige Nahrungsquelle.
Trichiosoma latreillii gehört zur Familie der Cimbicidae, den Keulhornblattwespen. Ein wichtiges Merkmal dieser Gruppe ist das Fehlen der Wespentaille, also der Einschnürung zwischen Brustabschnitt und Hinterleib, die man bei Faltenwespen findet. Als Imagines – so nennen wir Biologen das erwachsene, geschlechtsreife Insekt – erreichen sie eine beachtliche Körperlänge von bis zu 25 Millimetern. Die Larven ähneln oberflächlich den Raupen von Schmetterlingen, lassen sich aber an der Zahl ihrer Bauchfüße unterscheiden: Blattwespenlarven haben mindestens sechs Paare dieser zusätzlichen Gliedmaßen am Hinterleib, während Schmetterlingsraupen maximal fünf Paare besitzen. Die Art ist spezialisiert auf die Gattung Salix, also Weiden, und gelegentlich an Birka (Betula) zu finden.
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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Stand: 16.05.2026. Korrekturen können über das Feedback-Formular gemeldet werden.