Schaum an Pflanzen? Das ist die Wiesenschaumzikade. Erfahre, warum der "Kuckucksspeichel" harmlos ist und welche Rolle das Insekt im Naturgarten spielt.
Entdeckst du im Frühling kleine Schaumhaufen an Gräsern, Kräutern oder Stauden? Keine Panik. Es handelt sich dabei meist nicht um eine Krankheit, sondern um die Kinderstube eines faszinierenden heimischen Insekts: der Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius). Viele Gärtner greifen voreilig zu Gegenmaßnahmen, doch in einem funktionierenden Naturgarten ist dies meist unnötig.
Die Biologie hinter dem Phänomen ist raffiniert. Im Frühling schlüpfen die Nymphen aus den Eiern, die das Weibchen im Vorjahr an Gräsern abgelegt hat. Um in der oft trockenen und sonnigen Umgebung zu überleben, produzieren die Larven den sogenannten Kuckucksspeichel.
Dieser Schaum besteht aus Pflanzensaft, den die Larve ausscheidet und durch pumpende Bewegungen mit Luft vermischt. Er dient als perfekte Klimakammer und Sichtschutz. Die Entwicklung zur erwachsenen Zikade dauert etwa sechs bis acht Wochen.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Philaenus spumarius |
| Familie | Schaumzikaden (Aphrophoridae) |
| Größe | 5 – 7 mm |
| Nahrung | Pflanzensäfte (Xylem-Sauger) |
| Lebensraum | Wiesen, Waldränder, Gärten, Parks |
| Besonderheit | Nymphen leben in selbst erzeugten Schaumnestern |
Auch wenn die Wiesenschaumzikade an Pflanzen saugt: In einem Naturgarten überwiegt der Nutzen. Sie ist Teil der Nahrungskette und dient Vögeln und räuberischen Insekten als Futter. Zwar kann sie theoretisch an über 400 Pflanzenarten saugen – darunter auch Weinreben oder Obstbäume –, doch die Schäden sind im Hausgarten meist vernachlässigbar.
Das Saugen führt selten zum Absterben der Pflanze. Meistens handelt es sich um leichte Wachstumsverzögerungen oder Verformungen, die die Pflanze schnell kompensiert.
Als Mentor für deinen Garten rate ich dir zu Gelassenheit. Chemische Keulen sind hier absolut fehl am Platz und schaden der Artenvielfalt. Gehe stattdessen wie folgt vor:
Dein Garten ist ein Ökosystem. Die Wiesenschaumzikade ist ein natürlicher Teil davon und kein Grund zur Sorge.




Das ist das Schutzsekret der Larve der Wiesenschaumzikade, auch 'Kuckucksspeichel' genannt. Er schützt die Nymphe vor Austrocknung und Fressfeinden.
Meistens nein. Sie saugt zwar Pflanzensaft, verursacht im Hausgarten aber in der Regel nur optische Mängel und keine ernsthaften Pflanzenschäden.
Du kannst den Schaum einfach mit einem Wasserstrahl abspülen oder abstreifen. Chemische Mittel sind unnötig und schaden dem Ökosystem.
Der Name stammt aus dem Volksglauben. Da die Schaumnester oft erscheinen, wenn im Frühling der Kuckuck ruft, wurde ihm der 'Speichel' zugeschrieben.
Sie ist ein Generalist und befällt über 400 Pflanzenarten, darunter Gräser, Kräuter, Rosen, Obstgehölze und Weinreben.
Die Larven mit ihren Schaumnestern sieht man im Frühling (April/Mai). Die erwachsenen Zikaden sind dann im Hochsommer besonders aktiv.
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