Bild folgtKI-generierte IllustrationCardamine enneaphyllos
Auch bekannt als: Dentaria enneaphyllos
16
Arten
interagieren
104
Interaktionen
dokumentiert
Wer das Quirl-Schaumkraut (Cardamine enneaphyllos) einmal gesehen hat, vergisst es nicht: Unverwechselbar sind die neun Teilblätter, die in einem einzigen Quirl (kreisförmige Anordnung um den Stängel) stehen und im Frühjahr die hellgelben, glockig hängenden Blüten krönen. Diese heimische Waldpflanze ist ein wahrer Schatz für den schattigen Gartenbereich, da sie früh im Jahr Nahrung bietet. Besonders die Waldhummel (Bombus sylvarum) und die Gewöhnliche Schmalbiene (Lasioglossum calceatum) steuern die Blüten gezielt an. Da die Art auf der Vorwarnliste der Roten Liste steht, leistest du mit ihrer Ansiedlung einen echten Beitrag zum Artenschutz. Hol dir diesen Frühblüher unter deine Gehölze – er wird es dir mit Beständigkeit danken.
Seltener Waldschatz: Neun Blätter und wertvoller Nektar für Berg-Hummeln.
Klicken hebt Verbindungen hervor · Nochmals klicken öffnet die Artenseite
Netzwerk wird geladen...
Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist das Quirl-Schaumkraut eine wertvolle Energiequelle im Halbschatten. Besonders Hummelarten wie die Wiesenhummel (Bombus pratorum) und die seltene Berg-Hummel (Bombus montanus) fliegen die gelblich-weißen Blüten an. Auch der Rapsweißling (Pieris napi) nutzt die Pflanze intensiv als Nektarquelle. Für kleine Wildbienen wie die Gewöhnliche Schmalbiene (Lasioglossum calceatum) bietet sie eine verlässliche Anlaufstelle in schattigen Lagen. Da die Art laut Datenbank bis in den September blühen kann, stützt sie Insekten weit über das Frühjahr hinaus. In der freien Natur ist sie seltener geworden, weshalb jeder Gartenstandort die regionale Biodiversität aktiv fördert.
In puncto Sicherheit solltest du achtsam sein: Das Quirl-Schaumkraut wird als nicht kindersicher eingestuft. Auch wenn keine schweren Vergiftungsfälle bei üblichen Gartenarbeiten bekannt sind, ist vom Verzehr der Pflanzenteile grundsätzlich abzuraten. Eine Verwechslungsgefahr mit giftigen Arten besteht aufgrund der sehr spezifischen Blattstellung praktisch nicht.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Apr – Sep
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.25 m
Im Garten braucht das Quirl-Schaumkraut einen Platz, der seinem natürlichen Waldstandort entspricht. Wähle einen halbschattigen bis schattigen Standort unter Laubgehölzen. Der Boden sollte kalkhaltig, locker und humos (reich an zersetztem organischem Material) sein. Achte auf eine gleichmäßige Feuchtigkeit, da die Pflanze keine Staunässe (stehendes Wasser), aber auch keine völlige Austrocknung mag. Die ideale Pflanzzeit liegt zwischen März und Mai oder im Herbst von September bis November. Eine zusätzliche Düngung ist meist nicht nötig, wenn du das Herbstlaub der Sträucher als natürlichen Mulch (Bodenabdeckung) liegen lässt. Vermehren kannst du es durch vorsichtige Teilung des Wurzelstocks nach der Blüte. Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich, lass die Triebe im Herbst als Winterschutz für Bodenorganismen stehen. Gute Partnerin: Die Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus) – beide besiedeln ähnliche Waldgesellschaften und ergänzen sich optisch durch ihre zeitgleiche Blüte.
Das Quirl-Schaumkraut gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch. Typischerweise besiedelt es krautreiche Buchenwälder und schattige Hangwälder auf kalkhaltigem Untergrund. Ein markantes Merkmal ist der unverzweigte Stängel, der genau drei dreizählige Blätter trägt, was in der Summe die namensgebenden neun Blätter ergibt. Als Geophyt (Pflanze, die ungünstige Zeiten durch unterirdische Speicherorgane überdauert) nutzt es das Lichtfenster im Wald vor dem Laubaustrieb der Bäume. Es gilt als Indigen (einheimisch), ist aber aufgrund schwindender Lebensräume bereits gefährdet.
2 Videos zu Quirl-Schaumkraut


14 Arten interagieren mit dieser Pflanze
2 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →