
Digitalis lutea subsp. lutea
Auch bekannt als: Digitalis lutea subsp. lutea
15
Arten
interagieren
15
Interaktionen
dokumentiert
An den zierlichen, blassgelben Glockenblüten, die einseitig an den hohen Stängeln hängen, lässt sich der Gelbe Fingerhut sofort erkennen. Im Gegensatz zu seinem purpurnen Verwandten wirkt er im Garten fast vornehm zurückhaltend und fügt sich harmonisch in naturnahe Bereiche ein. Er ist eine wichtige Nektarquelle für spezialisierte Falter wie den Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) und die Gartenwollbiene (Anthidium manicatum). Mit dieser Staude holst du dir einen echten Spezialisten für lichte Schattenplätze in dein grünes Reich. Wer diese Pflanze im Garten hat, leistet einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt an Waldrändern.
Zierliche Glocken in Schwefelgelb: Die Tankstelle für seltene Scheckenfalter.
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Der Gelbe Fingerhut ist eine wertvolle Tankstelle für bedrohte Bestäuber. Nach aktuellen Bestäubungsdaten fliegen ihn besonders Scheckenfalter wie der Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) und der Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea diamina) an. Auch seltenere Arten wie der Alpen-Perlmuttfalter (Boloria pales) und der Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe) nutzen das Nektarangebot. Unter den Wildbienen ist die Heidehummel (Bombus humilis) ein regelmäßiger Gast, ebenso wie die Gartenwollbiene (Anthidium manicatum). Die vertrockneten Samenstände bieten im Winter zudem wichtige Versteckmöglichkeiten für Insekten.
Die gesamte Pflanze ist in allen Teilen stark giftig und nicht kindersicher. Sie enthält herzwirksame Glykoside, weshalb beim Pflanzen oder Rückschnitt Vorsicht geboten ist. Eine Verwechslung mit ungiftigen Arten ist aufgrund der charakteristischen Glockenblüten fast ausgeschlossen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jun – Aug
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.51 m
Standort: Bevorzugt die volle Sonne, gedeiht aber auch sehr gut im lichten Halbschatten.
Boden: Er liebt frische (mäßig feuchte) Erde, die weder austrocknet noch zu Staunässe neigt.
Nährstoffe: Als Mittelzehrer (Pflanze mit mäßigem Nährstoffbedarf) benötigt er keinen Kunstdünger; normale Gartenerde reicht völlig aus.
Symbiose: Die Wurzeln nutzen AM (Arbuskuläre Mykorrhiza - eine Form der Wurzel-Pilz-Symbiose), was die Nährstoffaufnahme im Boden verbessert.
Pflanzzeit: Setze Jungpflanzen idealerweise von März bis Mai oder im Herbst von September bis November.
Pflege: Lass die verblühten Stängel bis zum Frühjahr stehen, damit die Pflanze sich durch Selbstaussaat erhalten kann.
Vermehrung: Der Gelbe Fingerhut ist ein zuverlässiger Selbstaussäer, ohne dabei lästig zu werden.
Kombination: Eine ideale Partnerin ist die Wald-Witwenblume (Knautia dipsacifolia). Beide teilen den Lebensraum Waldrand, haben ähnliche Ansprüche und ergänzen sich hervorragend in ihrem ökologischen Wert.
Der Gelbe Fingerhut (Digitalis lutea subsp. lutea) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Er ist in Mitteleuropa indigen (einheimisch) und besiedelt bevorzugt Waldränder, Lichtungen und steinige Hänge. Morphologisch zeichnet er sich durch seine glatten, unbehaarten Laubblätter und die bis zu 2,5 Zentimeter langen, schwefelgelben Einzelblüten aus. In der Natur gilt er als Charakterart für Saumgesellschaften auf kalkhaltigen Böden. Die Pflanze wächst ausdauernd und bildet horstartige Rosetten.
3 Videos zu Gelber Fingerhut



15 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_275803682
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