Bild folgtKI-generierte IllustrationBistorta vivipara
Auch bekannt als: Knöllchen-Knöterich
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
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Wirtsbeziehungen
Arten
Wer den Knöllchen-Wiesenknöterich (Bistorta vivipara) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Sein weiß-rosa Blütenstand trägt im unteren Teil kleine, rötliche Brutknöllchen statt Blüten. Diese Pflanze ist ein faszinierender Überlebenskünstler für kühle, sonnige Gartenbereiche und eine wichtige Futterquelle für spezialisierte Hochgebirgs-Schmetterlinge wie den Dunklen Alpenbläuling (Agriades glandon). Auch die Raupen der Dunklen Waldschatteneule (Caradrina morpheus) finden an ihm wertvolle Nahrung. Wenn du einen eher mageren, frischen Standort im Garten hast, holst du dir mit ihm ein Stück alpine Wildnis direkt vor die Haustür. Schau genau hin, wie er sich ganz ohne Samen durch seine Knöllchen vermehrt.
Alpiner Überlebenskünstler: Vermehrung per Brutknöllchen und Magnet für Falter.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist diese Art eine Lebensader für spezialisierte Falter. Besonders Perlmutterfalter wie Boloria alaskensis, Boloria frigga und Boloria angarensis nutzen die Blüten als Nektarquelle. Auch der Ähnliche Perlmutterfalter (Boloria pales) und das Alpenwidderchen (Zygaena exulans) sind regelmäßige Gäste. Für die Raupen der Dunklen Waldschatteneule (Caradrina morpheus) stellt das Laub eine wichtige Lebensgrundlage dar. Sogar Vögel wie die Kurzschnabelgans (Anser brachyrhynchus) nutzen die Pflanze in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten als Nahrung. Durch die Bildung von Brutknöllchen bietet er zudem eine energiereiche Nahrungsquelle für Kleinsäuger am Boden.
In Bezug auf die Garteneigenschaften wird die Pflanze als nicht kindersicher eingestuft. Da sie wie viele Knöterichgewächse Oxalsäure enthalten kann, ist Vorsicht geboten. Im Falle eines unbeabsichtigten Verzehrs durch Kinder oder Haustiere kontaktiere bitte den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
—
Blütezeit
Jun – Aug
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Licht: Wähle einen vollsonnigen Standort (Lichtzahl 8), idealerweise mit mindestens sechs Stunden direktem Sonnenlicht.
Boden: Der Boden sollte mager sein (Schwachzehrer). Verzichte komplett auf Dünger, um die Konkurrenzkraft der Pflanze zu erhalten.
Feuchtigkeit: Halte das Substrat frisch bis mäßig feucht (Feuchtezahl 6); Trockenperioden verträgt er weniger gut.
Temperatur: Die Pflanze liebt es eher kühl (Kaltzeiger) und ist extrem winterhart.
Bodenreaktion: Ein neutraler bis schwach saurer Boden (Reaktionszahl 5) ist ideal.
Pflanzzeit: Setze junge Pflanzen im Frühjahr (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November) bei offenem Boden.
Vermehrung: Die kleinen Brutknöllchen fallen im Spätsommer ab und können direkt an Ort und Stelle zu neuen Pflanzen heranwachsen.
Rückschnitt: Ein Rückschnitt ist nicht nötig; lass die vertrockneten Stängel als Winterschutz für Bodenorganismen stehen.
Gute Partnerin: Die Arnika (Arnica montana) – sie teilt die Vorliebe für magere, frische Böden und ergänzt den Knöterich ökologisch perfekt.
Der Knöllchen-Wiesenknöterich gehört zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae) und ist in den Gebirgslagen Deutschlands und Österreichs heimisch. Sein natürlicher Lebensraum sind alpine Matten und Magerrasen (nährstoffarme Grasländer), die durch kühle Temperaturen und ausreichend Feuchtigkeit geprägt sind. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 5 bis 25 Zentimetern und zeichnet sich durch ihre Viviparie (Keimung von Brutknöllchen direkt am Blütenstand) aus. Dies ermöglicht ihr die Vermehrung auch in kurzen Sommern, in denen eine Samenreife kaum möglich wäre. Als indigene Art ist sie perfekt an unser Klima angepasst und gilt in ihrem Bestand als stabil.
2 Videos zu Knöllchen-Wiesenknöterich


5 Arten interagieren mit dieser Pflanze
5 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
4 weitere Arten besuchen die Blüten
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
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