Bild folgtKI-generierte IllustrationLinnaea borealis
Auch bekannt als: Erdglöckchen
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Arten
interagieren
4
Interaktionen
dokumentiert
Wer das Moosglöckchen (Linnaea borealis) einmal gesehen hat, vergisst es nicht: Unverwechselbar sind die rosa Glockenblüten, die stets paarweise an feinen Stielen hängen. Diese seltene Schönheit ist ein ökologisches Juwel für schattige Gartenbereiche mit saurem Boden. Sie bietet spezialisierten Insekten wie der Schmalkopf-Maskenbiene Nahrung und dient den Raupen des Braunbären (Arctia caja) als Futterquelle. Da sie in der Natur vom Aussterben bedroht ist (Rote Liste 1), schaffst du mit ihr ein wertvolles Refugium. Wenn du einen kühlen Platz hast, ist dieser zarte Bodendecker perfekt für dich.
Seltenes Eiszeit-Relikt: Das Moosglöckchen blüht für Maskenbienen im Schatten.
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Das Moosglöckchen ist ökologisch hochspannend: Es lebt in einer Symbiose mit Bodenpilzen, der sogenannten arbuskulären Mykorrhiza (AM), die ihm hilft, auf nährstoffarmen Böden zu überleben. Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist es eine wichtige Nahrungsquelle für die Schmalkopf-Maskenbiene. Zudem dient die Pflanze dem Braunbären (Arctia caja), einem markanten Nachtfalter, als Futterpflanze. Die Samen sind mit nur 1,1894 mg extrem leicht, was eine effektive Fernausbreitung durch den Wind ermöglicht. Da die Art in Deutschland auf der Roten Liste 1 steht, leistest du mit ihrer Ansiedlung einen aktiven Beitrag zum Schutz einer vom Aussterben bedrohten Art.
Achtung: Das Moosglöckchen wird als nicht kindersicher eingestuft. Achte darauf, dass Kinder oder Haustiere keine Teile der Pflanze verzehren. Im Falle eines versehentlichen Verzehrs oder bei Unsicherheiten kontaktiere bitte umgehend den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Schatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jun – Aug
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Halbstrauch
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Blattphänologie
Immergrün
Pflanzenhöhe
0.177 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen halbschattigen Platz (Ellenberg Licht 5), da die Pflanze kühle, lichtgeschützte Standorte bevorzugt.
Der Boden muss unbedingt sauer sein (Ellenberg Reaktion 2); verwende bei Bedarf saure Erde.
Achte auf einen frischen, also mäßig feuchten Boden (Ellenberg Feuchte 5), der niemals ganz austrocknet.
Als Schwachzehrer (Ellenberg Nährstoffe 2) benötigt sie keinen Dünger; ein zu hoher Nährstoffgehalt schadet ihr.
Die Pflanzung erfolgt idealerweise im Frühjahr (März-Mai) oder im Herbst (September-November).
Mit einer Wuchshöhe von 0,18 m braucht sie kaum Platz in der Höhe, breitet sich aber kriechend aus.
Gute Partnerin: Die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) – sie hat identische Ansprüche an den sauren Boden und schafft ein natürliches Waldklima im Garten.
Das Moosglöckchen (Linnaea borealis) gehört zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Als indigenes (einheimisches) Eiszeit-Relikt ist es in kühlen Nadelwäldern der Alpen und Norddeutschlands beheimatet. Es handelt sich um einen kriechenden Halbstrauch (eine Pflanze, die nur an der Basis verholzt), der mit seinen paarigen Blüten unverwechselbar ist. Die kleinen Blätter sind breitblättrig und oft wintergrün. In ihrem natürlichen Lebensraum besiedelt sie kalkarme, saure und moosreiche Untergründe, was sie zu einer Spezialistin für ganz bestimmte ökologische Nischen macht.
1 Video zu Moosglöckchen

3 weitere Arten besuchen die Blüten
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →