
Agrimonia procera
Auch bekannt als: Wohlriechender Odermennig
14
Arten
interagieren
14
Interaktionen
dokumentiert
Wer den Großen Odermennig (Agrimonia procera) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Mit seinen bis zu einen Meter hohen, kerzenartigen Blütenständen aus vielen kleinen, gelben Einzelblüten ist er eine imposante Erscheinung im Garten. Für dich als Naturgärtner ist er besonders wertvoll, da er nach aktuellen Bestäubungsdaten eine wichtige Nahrungsquelle für spezialisierte Falter wie den Roten Würfel-Dickkopffalter (Spialia sertorius) oder den Malven-Würfelfleck (Spialia orbifer) darstellt. Er bevorzugt halbschattige Plätze und ist dabei erstaunlich pflegeleicht. Seine gefiederten Blätter verströmen einen dezenten Duft und bringen Struktur in naturnahe Pflanzungen. Mit dieser heimischen Wildstaude tust du aktiv etwas für den Erhalt unserer regionalen Insektenwelt. Hast du schon einen Platz am Gehölzrand für ihn im Blick?
Majestätische 1,01 Meter Wildnis für seltene Würfel-Dickkopffalter.
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Diese Pflanze fördert Nützlinge, die Schädlinge natürlich regulieren — nachgewiesen durch Interaktionsdaten.
Datengrundlage: GloBI · GBIF-Traits · Biologische Relationen (CC BY 4.0)
Der Große Odermennig ist ein Magnet für eine Vielzahl von Schmetterlingen. Besonders die Gruppe der Würfel-Dickkopffalter, darunter Arten wie Spialia rosae und Muschampia tessellum, nutzt die Blüten als wichtige Nektarquelle. Auch Perlmuttfalter wie der Gelbring-Perlmuttfalter (Boloria frigga) oder der Arktische Perlmuttfalter (Boloria polaris) werden an den Blüten beobachtet. Die Samen dienen Kleinsäugern wie der Rötelmaus (Clethrionomys glareolus) als Nahrungsgrundlage. Für die Spinnenwelt bietet die Pflanze ebenfalls Lebensraum; so nutzt die Echte Eichenblattspinne (Aculepeira ceropegia) die stabilen Blütenstände oft für den Bau ihrer Netze. Durch die späte Blüte bis in den August hinein stellt er eine verlässliche Nahrungsquelle im Hochsommer dar.
Der Große Odermennig wird in Fachdatenbanken als nicht kindersicher eingestuft. Dies liegt weniger an einer hohen Giftigkeit, sondern an den harten Klettfrüchten, die bei Kontakt Hautirritationen hervorrufen oder beim Verschlucken zu Reizungen der Schleimhäute führen können. Es empfiehlt sich daher, die Pflanze in Bereichen des Gartens zu platzieren, in denen Kleinkinder nicht direkt spielen. Eine Verwechslung mit stark giftigen Arten ist aufgrund der spezifischen Blattform und der gelben Blütenähren für geübte Augen nahezu ausgeschlossen.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jun – Aug
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
1.009 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen Standort im Halbschatten (Lichtzahl 6), idealerweise vor Hecken oder am lichten Baumrand.
Achte auf einen frischen, also mäßig feuchten Boden (Feuchtezahl 5), der im Sommer nicht vollständig austrocknet.
Ein normaler Gartenboden mit mittlerem Nährstoffgehalt ist ideal, eine zusätzliche Düngung ist meist nicht nötig.
Pflanze den Odermennig im Frühjahr (März bis Mai) oder im Herbst bis zum ersten Frost.
Halte beim Einsetzen einen Abstand von etwa 40 cm zu den Nachbarpflanzen ein.
Die Pflanze ist ausdauernd und nicht verholzend; ein Rückschnitt der abgestorbenen Stängel erfolgt am besten im zeitigen Frühjahr.
Da er AM-Mykorrhiza (eine Symbiose mit Bodenpilzen) bildet, profitiert er von einem gesunden, ungestörten Bodenleben.
Gute Partnerin: Die Echte Nelkenwurz (Geum urbanum) – sie besiedelt ähnliche Waldrandstandorte und ergänzt das ökologische Gefüge perfekt.
Der Große Odermennig gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz als indigen (einheimisch) verbreitet. Sein natürlicher Lebensraum umfasst Waldränder, Lichtungen und Gebüsche auf frischen, nährstoffreichen Böden. Morphologisch zeichnet er sich durch eine Wuchshöhe von exakt 1.01 m und seine charakteristischen Klettfrüchte aus. Diese Früchte nutzen die Zoochorie (Tierausbreitung), indem sie im Fell von Tieren hängen bleiben, um ihre für Rosengewächse recht schweren Samen über kurze Distanzen zu verbreiten. Die Pflanze ist ein Mittelzehrer (normaler Nährstoffbedarf) und bevorzugt neutrale bis schwach saure Bodenverhältnisse.
1 Video zu Großer Odermennig

12 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_363007460
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