Bild folgtKI-generierte IllustrationEuphrasia nemorosa subsp. nemorosa
Auch bekannt als: Euphrasia nemorosa subsp. nemorosa
21
Arten
interagieren
25
Interaktionen
dokumentiert
Auffällig sind die kleinen, rachenförmigen weißen Blüten des Gewöhnlichen Hain-Augentrosts, die durch einen leuchtend gelben Fleck und feine violette Aderungen auf der Unterlippe bestechen. Diese zierliche Art ist für deinen Naturgarten besonders wertvoll, da sie als Halbschmarotzer (entzieht Gräsern Nährstoffe) das Graswachstum dämpft und so Platz für andere Wildblumen schafft. Davon profitieren bedrohte Schmetterlinge wie der Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina) und der Westliche Scheckenfalter (Melitaea celadussa). Wenn du einen mageren, sonnigen Platz hast, kannst du mit dieser Pflanze aktiv zum Erhalt einer gefährdeten Wiesenflora beitragen. Probiere es aus und beobachte, wie sich die Artenvielfalt auf deiner Fläche wandelt.
Zierliche Wiesenwächterin: Diese seltene Blume hält Gräser im Zaum.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist der Augentrost eine lebenswichtige Nahrungsquelle für spezialisierte Scheckenfalter wie den Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina), den Westlichen Scheckenfalter (Melitaea celadussa) und den Östlichen Scheckenfalter (Melitaea britomartis). Auch der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) und der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae) besuchen die Blüten regelmäßig. Für Wildbienen wie die Waldhummel (Bombus sylvarum) bietet die Pflanze eine späte Nektarquelle im Jahr. Durch die Unterdrückung dominanter Gräser fördert der Augentrost indirekt die gesamte pflanzliche Diversität der Wiese, was wiederum mehr Lebensraum für bodennah lebende Insekten schafft.
Der Gewöhnliche Hain-Augentrost ist als nicht kindersicher eingestuft. Er ist zwar nicht hochgiftig, sollte aber dennoch nicht verzehrt werden, weshalb Vorsicht bei kleinen Kindern im Garten geboten ist. Eine Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Arten besteht aufgrund der charakteristischen Blütenzeichnung kaum.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
—
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.24 m
Standort: Suche dir einen vollsonnigen Platz aus, der Licht in alle Ebenen lässt.
Boden: Die Pflanze benötigt einen mageren Boden (nährstoffarm) und gilt als Schwachzehrer, kommt also mit sehr wenig Dünger aus.
Feuchtigkeit: Die Erde sollte frisch (mäßig feucht) gehalten werden, Staunässe ist jedoch zu vermeiden.
Pflanzzeit: Die beste Zeit für die Ausbringung ist im Frühjahr von März bis Mai oder im Herbst zwischen September und November.
Besonderheit: Da der Augentrost ein Halbschmarotzer ist, zapft er mit seinen Wurzeln Gräser an; säe ihn daher direkt in eine bestehende, lückige Grasnarbe.
Pflege: Mähe die Fläche erst im Spätherbst, damit die Pflanze ihre Samen für das nächste Jahr verteilen kann.
Vermehrung: Er ist einjährig und sichert seinen Bestand nur durch Selbstaussaat bei offenem Boden.
Kombinationsempfehlung: Ein idealer Partner ist der Schafschwingel (Festuca ovina).
Begründung: Der Schafschwingel dient als perfektes Wirtsgras und teilt die Vorliebe für nährstoffarme, sonnige Standorte.
Der Gewöhnliche Hain-Augentrost gehört zur Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch. Als einjährige Pflanze besiedelt er bevorzugt frische Magerwiesen und Weiden, wobei er als Archäophyt (vor 1492 eingeführte Art) oder indigene Art gilt. Er ist morphologisch durch seine gegenständigen, spitz gezähnten Blätter und den verzweigten Wuchs gekennzeichnet. Da er auf der Roten Liste mit der Kategorie 3 (gefährdet) geführt wird, kommt ihm eine besondere Bedeutung im regionalen Artenschutz zu.
21 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
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