Bild folgtKI-generierte IllustrationAnthoxanthum nitens
Auch bekannt als: Holcus odoratus
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Arten
interagieren
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Interaktionen
dokumentiert
Wer das Wohlriechende Ruchgras (Anthoxanthum nitens) einmal gesehen hat, vergisst es nicht: Unverwechselbar sind die glänzenden, gelblich-braunen Ährchen (Ährchen: die kleinen Blütengruppen der Gräser) und der intensive Duft nach frischem Heu, der beim Welken der Halme entsteht. Für deinen Naturgarten ist dieses Gras ein echter Gewinn, da es spezialisierten Faltern wie dem Spiegelfleck-Dickkopffalter (Heteropterus morpheus) oder dem Gelbwürfeligen Dickkopffalter (Carterocephalus palaemon) als Lebensraum dient. Es besiedelt feuchte Stellen, die sonst oft schwierig zu bepflanzen sind. Mit dieser Art bringst du eine seltene ökologische Nische in dein grünes Reich. Wenn du einen kühlen, feuchten Platz hast, machst du mit diesem heimischen Gras alles richtig.
Heuduft im Halbschatten: Ein wertvoller Hafen für seltene Dickkopffalter.
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Dieses Gras ist eine wichtige Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Schmetterlingen. Nach aktuellen Bestäubungsdaten profitieren insbesondere Dickkopffalter von den Beständen. Arten wie der Schwarzfleckige Golddickkopffalter (Carterocephalus silvicola) und der Rostfarbige Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus) nutzen das Gras aktiv. Auch für den Spiegelfleck-Dickkopffalter (Heteropterus morpheus) ist es eine essenzielle Ressource. Da das Gras bereits ab April blüht, bietet es früh im Jahr Struktur und Schutzräume in der Krautschicht. In naturnahen Gärten dient es zudem als Rückzugsort für Insekten, die auf kühle und feuchte Kleinklimata angewiesen sind.
Das Wohlriechende Ruchgras wird als nicht kindersicher eingestuft. Es enthält Cumarin, das für den charakteristischen Duft verantwortlich ist, aber bei Verzehr in größeren Mengen Unwohlsein hervorrufen kann. In einem Garten mit kleinen Kindern solltest du darauf achten, dass die Halme nicht spielerisch gegessen werden. Bei normalem Kontakt im Rahmen der Gartenpflege besteht jedoch keine Gefahr.
Licht
—
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Apr – Aug
Wähle einen Platz im Halbschatten (Lichtwert 6), wo das Gras vor der größten Mittagshitze geschützt ist.
Der Boden muss dauerhaft feucht bis nass sein (Feuchtewert 7), ideal ist ein Standort am Teichrand oder in einer Sumpfzone.
Achte auf eine moderate Nährstoffversorgung (Mittelzehrer); normaler Gartenboden ohne zusätzlichen Dünger reicht in der Regel völlig aus.
Ein schwach saurer bis neutraler Boden (Reaktionswert 4) unterstützt das gesunde Wachstum am besten.
Pflanzzeit: Setze das Gras idealerweise im Frühling von März bis Mai oder im Herbst in die Erde.
Halte beim Pflanzen einen Abstand von etwa 25 Zentimetern ein, damit sich die Horste gut entwickeln können.
Verzichte auf chemische Dünger, um die lebensnotwendigen Mykorrhiza-Pilze im Boden nicht zu schädigen.
Gute Partnerin: Die Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) — sie teilt die Vorliebe für nasse Füße und ergänzt das Gras im Frühjahr farblich perfekt.
Das Wohlriechende Ruchgras gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und wird taxonomisch der Gattung der Honiggräser zugeordnet. In unserer Region ist es vor allem in kühleren, nördlichen oder alpinen Lagen verbreitet, was sich im Temperatur-Zeigerwert 3 (kalt) widerspiegelt. Sein natürlicher Lebensraum sind Feuchtwiesen und Niedermoore (dauerhaft feuchte, nährstoffarme Moorflächen). Morphologisch fällt es durch seine aufrechten Halme und die kompakten, oft glänzenden Blütenstände auf. Da es die Symbiose mit AM-Mykorrhiza (bestimmte Bodenpilze zur besseren Nährstoffaufnahme) nutzt, ist es perfekt in das Bodenökosystem integriert.
39 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•Middleton-Welling_2020
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
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