
Potentilla incana
Auch bekannt als: Potentilla incana
16
Arten
interagieren
16
Interaktionen
dokumentiert
Wer das Sand-Fingerkraut (Potentilla incana) einmal gesehen hat, vergisst es nicht: Seine silbrig-filzigen Blätter und die leuchtend gelben Schalenblüten sind ein echtes Highlight auf kargen Flächen. Da es bereits ab März blüht, gehört es zu den wichtigsten frühen Nahrungsquellen im Gartenjahr und steht bereits auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten. In deinem Garten unterstützt die Pflanze gezielt seltene Gäste wie den Roten Würfel-Dickkopffalter (Spialia sertorius) oder die Zweifarbige Schneckenhausbiene (Osmia bicolor). Da sie extreme Trockenheit liebt, sparst du dir mühsames Gießen und pflegst gleichzeitig eine Rarität. Hol dir diesen robusten Frühaufsteher in dein Beet.
Silberner Überlebenskünstler: Erste Hilfe für den Würfel-Dickkopffalter ab März.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist diese Art eine Schlüsselpflanze für spezialisierte Schmetterlinge. Der Rote Würfel-Dickkopffalter (Spialia sertorius) und der Steppenheiden-Würfel-Dickkopffalter (Muschampia tessellum) sind auf diese Art angewiesen. Auch die Zweifarbige Schneckenhausbiene (Osmia bicolor) findet hier ab März eine der ersten Energiequellen nach dem Winter. Sogar seltene Falter der kühleren Regionen wie der Arktische Perlmuttfalter (Boloria polaris) besuchen die Blüten. In den Wintermonaten bieten die dichten, wintergrünen Polster wertvolle Rückzugsräume für kleine Insekten. Mit der Ansiedlung leistest du einen echten Beitrag zum Erhalt einer gefährdeten Art.
Die Pflanze gilt laut Datenbank als nicht kindersicher, weshalb Kleinkinder beim Spielen in ihrer Nähe beaufsichtigt werden sollten. Es besteht jedoch keine Verwechslungsgefahr mit hochgiftigen Arten in diesem Lebensraum. Die Pflanze selbst ist ungiftig, wird aber aufgrund ihrer Inhaltsstoffe nicht als spielplatztauglich eingestuft.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Mär – Mai
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.08 m
Setze das Fingerkraut an einen vollsonnigen Platz mit durchlässigem Boden. Die Erde sollte eher nährstoffarm sein, da die Pflanze ein Schwachzehrer (kommt mit wenig Nährstoffen aus) ist. Ideal ist die Pflanzzeit von März bis Mai oder im Herbst von September bis Ende November, solange der Boden offen und frostfrei ist.
Vermeide jeglichen Dünger, da dieser den kompakten Wuchs zerstört.
Gießen ist nur in der ersten Anwachsphase nötig, danach übersteht sie lange Durststrecken.
Ein Rückschnitt ist nicht erforderlich, da die Pflanze bodennah bleibt.
Die Vermehrung gelingt am einfachsten durch Teilung der Polster nach der Blüte.
Staunässe im Winter muss unbedingt vermieden werden.
Als Begleitpflanze empfehle ich den Echten Wundklee (Anthyllis vulneraria) – beide teilen die Vorliebe für kalkhaltige Trockenstandorte und ergänzen sich hervorragend in der ökologischen Funktion.
Das Sand-Fingerkraut gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und ist in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz heimisch. Sein natürlicher Lebensraum sind Xerothermrasen (trockene, warme Magerwiesen), was es zu einem Spezialisten für sonnige Extremstandorte macht. Man erkennt es an dem polsterartigen Wuchs und der dichten, weißlichen Behaarung, die als Schutz vor Verdunstung dient. Die Pflanze geht eine AM-Mykorrhiza (Symbiose mit Bodenpilzen zur Nährstoffaufnahme) ein, was ihr auf sehr nährstoffarmen Böden das Überleben sichert.
16 Arten interagieren mit dieser Pflanze
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Middleton-Welling_2020
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_620817202
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