Bild folgtKI-generierte IllustrationDeschampsia cespitosa agg.
Artengruppe
17
Arten
interagieren
25
Interaktionen
dokumentiert
14
Wirtsbeziehungen
Arten
Du erkennst die Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa agg.) an ihren dichten, bodennahen Blatthorsten (Grasbüscheln), aus denen sich die Halme elegant in die Höhe recken. Als Biologe schätze ich dieses Gras besonders, da es eine unverzichtbare Kinderstube für die Raupen des Wald-Mohrenfalters (Erebia aethiops) und des Ockerbindigen Samtfalters (Hipparchia semele) darstellt. Auch die Motte Crambus nemorella ist regelmäßig an ihr zu finden. Mit einer Wuchshöhe von genau 0,62 m bereichert sie feuchte Gartenbereiche, ohne andere Pflanzen zu bedrängen. Wenn Du ihr ein sonniges Plätzchen schenkst, machst Du alles richtig für die Artenvielfalt in Deiner direkten Nachbarschaft.
Gebietsfremde Art mit dokumentiertem ökologischen Nutzen.
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Die Rasen-Schmiele ist eine zentrale Futterpflanze für die Raupen spezialisierter Falter wie den Wald-Mohrenfalter (Erebia aethiops) und den Ockerbindigen Samtfalter (Hipparchia semele). Auch der Kleinschmetterling Crambus nemorella nutzt die Bestände als Lebensraum. Nach der Reife werden die sehr leichten Samen (0,2325 mg) durch den Wind verbreitet, was als Diasporenausbreitung (Verbreitung von Pflanzenteilen) bezeichnet wird. Im Boden geht das Gras eine AM-Mykorrhiza (Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzenwurzeln) ein, was die Nährstoffaufnahme verbessert. Die stehengelassenen Halme bieten im Winter Schutz für zahlreiche Kleinstlebewesen und dienen Vögeln als Ruheplatz.
Die Rasen-Schmiele wird als nicht kindersicher eingestuft. Dies begründet sich durch die scharfkantigen Blattränder, an denen man sich bei unvorsichtigem Greifen schmerzhafte, wenn auch harmlose Schnittwunden zuziehen kann. Es empfiehlt sich daher, beim Rückschnitt oder beim Hantieren im Beet Handschuhe zu tragen. Giftige Inhaltsstoffe sind nicht bekannt, sodass keine Gefahr durch Vergiftungen für Mensch oder Haustier besteht.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Feucht
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
—
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Wuchsform
Gras
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.616 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen Standort in voller Sonne (Ellenberg-Lichtwert 9), damit das Gras seine volle Vitalität entfalten kann.
Achte auf eine konstante Feuchtigkeit des Bodens (Feuchtigkeitswert 8), da die Art empfindlich auf Austrocknung reagiert.
Der Boden sollte kalkhaltig (basisch) und mäßig nährstoffreich sein; normaler, nicht zu sandiger Gartenboden ist meist ideal.
Pflanzzeit ist im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November), sofern der Boden offen ist.
Plane bei der Gestaltung fest mit der Endhöhe von exakt 0,62 m.
Eine Wurzelsperre ist nicht nötig, da das Gras horstartig wächst und nicht wuchert.
Schneide die Halme erst im zeitigen Frühjahr zurück, um Insekten ein Winterquartier zu bieten.
Gute Partnerin: Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) – beide teilen die Vorliebe für feuchte, basenreiche Böden und ergänzen sich ökologisch perfekt.
Die Rasen-Schmiele gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und ist in Mitteleuropa als Indigen (ursprünglich heimische Art) weit verbreitet. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst Feuchtwiesen, Moore und lichte Waldränder, wobei sie kühle Lagen bevorzugt. Charakteristisch ist ihr Wuchs in festen Horsten, also dichten Büscheln ohne Ausläuferbildung, und ihre breitblättrige Blattform. Da sie kalkhaltige und basische Standorte liebt, ist sie eine wichtige Zeigerpflanze für entsprechende Bodenverhältnisse. Mit ihren feinen, über den Wind verbreiteten Samen trägt sie zur natürlichen Dynamik im Ökosystem bei.
3 Videos zu Rasen-Schmiele (Artengruppe)



14 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →