
Galium verum
Auch bekannt als: Gelb-Labkraut, Gelbes Waldstroh, Gelbes Labkraut, Liebkraut, gaillet jaune, Liebfrauenbettstroh, Echtes Labkraut
Artengruppe
63
Arten
interagieren
215
Interaktionen
dokumentiert
15
Wirtsbeziehungen
Arten
An den dichten, goldgelben Blütenrispen und dem feinen Honigduft lässt sich das Echte Labkraut (Galium verum) sofort erkennen. Als Bewohner magerer Wiesen ist es ein unverzichtbarer Baustein für deinen Naturgarten, da es spezialisierten Insekten wie dem Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) und der Lichtnelkeneule (Hadena rivularis) als wichtige Lebensgrundlage dient. Mit einer Wuchshöhe von genau 0.33 m fügt es sich harmonisch in sonnige Beete ein. Wer diese Pflanze im Garten hat, fördert gezielt die Artenvielfalt und genießt gleichzeitig einen robusten Sommerblüher. Du machst hier alles richtig, wenn du auf heimische Wildpflanzen setzt, die wenig Pflege benötigen.
Goldgelber Duftstar: Unverzichtbare Kinderstube für das Taubenschwänzchen.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten bietet jede Blüte 0.0358 µl Nektar und eine Pollenmasse von 0.071 mg. Das klingt wenig, summiert sich aber durch die Vielzahl der Einzelblüten zu einer ergiebigen Tankstelle für Insekten. Besonders bedeutsam ist die Art als Raupenfutterpflanze für den Prachtgrünen Bindenspanner (Colostygia pectinataria), die Obelisken-Erdeule (Euxoa obelisca) und den Rotbinden-Blattspanner (Catarhoe rubidata). Auch der Braunbinden-Blattspanner (Catarhoe cuculata) und der Schwarzaugen-Bindenspanner (Cosmorhoe ocellata) sind auf diese Bestände angewiesen. Die leichten Samen dienen im Winter zudem als Nahrung für kleine Singvögel.
Das Echte Labkraut wird in Datenbanken als nicht kindersicher aufgeführt. Auch wenn es keine hochgiftige Pflanze ist, solltest du im Garten darauf achten, dass Kleinkinder keine Pflanzenteile verzehren. In der traditionellen ländlichen Kultur wurde es zur Käseherstellung genutzt, im modernen Ziergarten sollte jedoch die ökologische Funktion im Vordergrund stehen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jun – Sep
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Nektarwert
5
Pollenwert
5
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.335 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen vollsonnigen Standort (Ellenberg Lichtwert 7), damit die Pflanze ihre volle Blütenpracht entfaltet.
Setze das Labkraut in mageren Boden (Schwachzehrer); vermeide Düngergaben unbedingt, um die Konkurrenzkraft zu erhalten.
Achte auf einen trockenen Boden, da die Art an wassersparende Lebensräume angepasst ist.
Pflanzzeit: Setze junge Pflanzen im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November) in den Boden.
Halte die Wuchshöhe von 0.33 m bei der Planung im Beetvordergrund im Hinterkopf.
Da die Samen mit 0.4784 mg ein leichtes Diasporengewicht (Gewicht der Ausbreitungseinheit) haben, verbreitet sich die Pflanze bei Windstille kaum, nutzt aber Luftbewegungen zur Fernausbreitung.
Schneide die Pflanze erst im Spätwinter zurück, um die Struktur als Winterquartier zu erhalten.
Gute Partnerin: Die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) – sie hat ähnliche Standortansprüche und ergänzt die gelbe Farbe ökologisch wertvoll.
Das Echte Labkraut gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) und ist in unserer Region indigen (einheimisch). Sein natürlicher Lebensraum sind sonnige Magerwiesen und Trockenrasen, die oft als Schwachzehrer-Standorte (Böden mit geringem Nährstoffgehalt) ausgeprägt sind. Eine morphologische Besonderheit sind die quirlständigen Blätter (Blätter, die kranzartig auf einer Ebene um den Stängel angeordnet sind). Die Pflanze ist als Archäophyt (Pflanzenart, die vor 1492 durch menschlichen Einfluss eingeführt wurde) fest in das heimische Ökosystem integriert und ökologisch wertvoll.
3 Videos zu Echtes Labkraut (Artengruppe)



30 Arten interagieren mit dieser Pflanze
15 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
18 weitere Arten besuchen die Blüten
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•EuPPollNet — Kuppler et al. (2025), DOI: 10.1111/geb.70000 (CC BY 4.0)
•Database of Pollinator Interactions (DoPI) — Pocock et al. (2022), DOI: 10.1002/ecy.3801 (CC BY)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Checklist Alien Plants Belgium — Verloove F (2023), Botanic Garden Meise (CC BY 4.0)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_1845807455
Alle Daten sind CC BY 4.0, CC0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →