
Succisa pratensis
Auch bekannt als: Teufelsabbiss, Abbiskraut, Abbiss, succise des prés
92
Arten
interagieren
306
Interaktionen
dokumentiert
6
Wirtsbeziehungen
Arten
Wer den Gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succisa pratensis) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: An den kugeligen, blauvioletten Blütenköpfen, die fast wie kleine Nadelkissen wirken, ist er sofort erkennbar. Für deinen Naturgarten ist er ein echter Gewinn, da er im August eine der wichtigsten Futterquellen für gefährdete Arten darstellt. So ist er die unverzichtbare Kinderstube für den seltenen Goldenen Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) und wird intensiv von der Rotbeinigen Furchenbiene (Halictus rubicundus) besucht. Da er auf der Roten Liste steht (Kategorie V), leistest du mit seiner Ansiedlung einen aktiven Beitrag zum Artenschutz. Mit dieser robusten Wildpflanze holst du dir einen verlässlichen Spätblüher in dein grünes Reich.
Spätblühende Naturschutz-Ikone: Die Rettungsinsel für den Goldenen Scheckenfalter.
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Der ökologische Wert dieser Pflanze ist herausragend. Im August dient sie als Hauptnahrungsquelle für den Kleinen Feuerfalter (Lycaena phlaeas) und Wildbienen wie die Rotbeinige Furchenbiene (Halictus rubicundus). Auch der Heller Erdhummel-Komplex (Bombus lucorum-agg.) wird regelmäßig an den Blüten beobachtet. Als Raupenfutterpflanze ist sie existenziell für den Goldenen Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) sowie für die Graue Heidelbeereule (Xylena vetusta) und den Beifuß-Blütenspanner (Eupithecia absinthiata). Auch Wanderfalter wie die Baumwoll-Kapseleule (Helicoverpa armigera) und die Baumwoll-Sonneneule (Heliothis peltigera) nutzen den Teufelsabbiss zur Eiablage.
Der Gewöhnliche Teufelsabbiss ist als nicht kindersicher eingestuft. Er enthält Bitterstoffe und Saponine (seifenähnliche Pflanzenstoffe), die beim Verzehr von Pflanzenteilen Unwohlsein auslösen können. Achte daher darauf, dass Kinder oder Haustiere nicht an der Pflanze knabbern. Eine Verwechslung mit stark giftigen Arten ist aufgrund der markanten Blütenform nahezu ausgeschlossen.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Schwachzehrer (Magerer Boden)
Blütezeit
Jul – Sep
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.33 m
Standort: Wähle einen sonnigen Platz in deinem Garten.
Boden: Ideal ist ein 'frischer' Boden, was bedeutet, dass die Erde mäßig feucht sein sollte, aber keine Staunässe (stehendes Wasser) bildet. Da die Art ein Schwachzehrer (Pflanze mit geringem Nährstoffbedarf) ist, gedeiht sie am besten auf magerem, ungedüngtem Untergrund.
Pflanzzeit: Du kannst den Teufelsabbiss am besten zwischen März und Mai oder im Herbst von September bis November setzen, solange der Boden frostfrei ist.
Pflege: Die Pflanze ist sehr pflegeleicht. Ein Rückschnitt sollte erst im Spätwinter erfolgen, damit Insekten in den Stängeln überwintern können.
Vermehrung: Die Selbstaussaat funktioniert an geeigneten Standorten gut.
Kombination: Gute Partnerin ist die Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium) – beide teilen ähnliche Standortansprüche an Licht und Boden und ergänzen sich hervorragend in einem ökologisch wertvollen Beet.
Der Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis) gehört zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) und ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz heimisch. Er besiedelt typischerweise wechselfeuchte Moore und Magerrasen (nährstoffarme Graslandschaften). Ein morphologisches Charakteristikum ist sein Wurzelstock, der am unteren Ende wie abgebissen aussieht, was durch das Absterben der Hauptwurzel im ersten Jahr geschieht. Die Pflanze bildet eine bodenständige Blattrosette aus länglichen, ungeteilten Blättern, aus denen die verzweigten Blütenstiele bis zu 80 Zentimeter in die Höhe ragen.
2 Videos zu Gewöhnlicher Teufelsabbiss


73 Arten interagieren mit dieser Pflanze
6 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
13 weitere Arten besuchen die Blüten
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_645425728
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