
Galium aparine
Auch bekannt als: Kletten-Labkraut, Gewöhnliches Kletten-Labkraut, Klettlabkraut, gaillet gratteron, Klettenlabkraut, Klebkraut, Klebriges Labkraut
Artengruppe
50
Arten
interagieren
65
Interaktionen
dokumentiert
9
Wirtsbeziehungen
Arten
Wer Kletten-Labkraut (Galium aparine) einmal gesehen hat, vergisst sie nicht: Mit ihren winzigen Widerhaken klammert sie sich bei der kleinsten Berührung sofort an Kleidung oder Tierfell fest. Diese Art ist im Naturgarten viel wertvoller, als ihr Ruf als lästiges Beikraut vermuten lässt. Sie dient als lebensnotwendige Kinderstube für das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum) und den Buchen-Blattspanner (Cyclophora punctaria). Auch Käfer wie der prächtige Kardinalkäfer (Pyrochroa coccinea) suchen sie regelmäßig auf. Wenn du ein Herz für Schmetterlinge hast, solltest du dieser Pflanze ein kleines Plätzchen in einer wilden Ecke zugestehen.
Wichtige Kinderstube für das flinke Taubenschwänzchen und heimische Käferarten.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist das Kletten-Labkraut eine unverzichtbare Raupenfutterpflanze für spezialisierte Falter wie die Buchdruckereule (Naenia typica) und die Braune Spätsommer-Bodeneule (Xestia xanthographa). Besonders hervorzuheben ist die Bedeutung für das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum). Auch die Insektenwelt profitiert: Der Schwarzblaue Ölkäfer (Meloe proscarabaeus) und der Kardinalkäfer (Pyrochroa coccinea) gehören zu den regelmäßigen Besuchern. Die Diasporen (Ausbreitungseinheiten) sind mit 7.7522 mg vergleichsweise schwer, was auf eine effiziente Tierstreuung durch das Anhaften im Fell hindeutet. Sogar Wildtiere wie Wisente nutzen die Pflanze als Nahrung.
Das Kletten-Labkraut wird als nicht kindersicher eingestuft. Die kräftigen Widerhaken an Stängeln und Blättern können bei empfindlicher Haut mechanische Reizungen hervorrufen oder sich schmerzhaft in Haaren verfangen. Es handelt sich jedoch nicht um eine Giftpflanze, sodass der Kontakt abgesehen von der Klettwirkung harmlos ist.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
—
Boden
—
Blütezeit
Jun – Okt
Bioregion
Continental
Wuchsform
Kletterpflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.39 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
• Ellenberg Licht 7: Wähle einen sonnigen Standort, die Pflanze verträgt aber auch lichten Halbschatten.
• Ellenberg Nährstoffe 8: Als Starkzehrer (Pflanze mit hohem Stickstoffbedarf) benötigt sie einen sehr nährstoffreichen, humosen Boden.
• Bodenreaktion 6: Der Untergrund sollte neutral bis schwach sauer sein.
• Pflanzzeit Frühling: Setze Jungpflanzen zwischen März und Mai ins Freiland.
• Pflanzzeit Herbst: Eine Pflanzung ist auch von September bis November möglich, solange der Boden offen ist.
• Wuchspflege: Da sie eine Kletterpflanze ist, benötigt sie Nachbarpflanzen oder einen Zaun als Stütze; sie erreicht genau 0.39 m Höhe.
• Vermehrung: Die Pflanze breitet sich stark durch Selbstaussaat und Tierstreuung aus.
• Gute Partnerin: Die Echte Nelkenwurz (Geum urbanum) – sie besiedelt ähnliche nährstoffreiche Standorte am Gehölzrand und ergänzt das Labkraut ökologisch.
Das Kletten-Labkraut gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) und ist in unseren Breiten als Indigen (einheimische Art) oder Archäophyt (alteingebürgerte Pflanze) weit verbreitet. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst nährstoffreiche Hecken, Waldränder und Schuttfluren. Morphologisch ist sie als Kletterpflanze spezialisiert, die mit rückwärts gerichteten Borstenhaaren an anderen Pflanzen emporsteigt, wobei sie eine Wuchshöhe von 0.39 m erreicht. Die Blätter stehen in sogenannten Quirlen (sternförmig angeordneten Blattgruppen) um den vierkantigen Stängel.
3 Videos zu Kletten-Labkraut (Artengruppe)



13 Arten interagieren mit dieser Pflanze
9 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
28 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_584497522
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