
Salvia pratensis
Auch bekannt als: sauge des prés
72
Arten
interagieren
261
Interaktionen
dokumentiert
Wer den Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: Seine tiefvioletten, helmförmigen Lippenblüten sitzen in lockeren Etagen an aufrechten, vierkantigen Stängeln und leuchten schon von weitem aus dem Grün. Diese Pflanze ist ein wertvoller Anker für die Artenvielfalt in deinem Garten, da sie auf der Vorwarnliste der Roten Liste steht. Besonders die Große Salbei-Schmalbiene (Lasioglossum costulatum) und der Baumweißling (Aporia crataegi) sind auf diesen Pollen- und Nektarspender angewiesen. Mit seiner Ansiedlung schaffst du einen wichtigen Trittstein für bedrohte Insekten. Wenn du einen sonnigen Platz frei hast, ist dieser Salbei die ideale Wahl für naturnahes Gärtnern.
Blaues Wunder im Beet: Die wichtigste Tankstelle für die Salbei-Schmalbiene.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist der Wiesen-Salbei eine Lebensversicherung für spezialisierte Insekten. Zu den häufigen Besuchern zählen die Dickkopf-Schmalbiene (Lasioglossum punctatissimum) und die Hosenbiene (Dasypoda hirtipes). Auch Tagfalter wie der Kleine Fuchs (Aglais urticae) und der seltene Baumweißling (Aporia crataegi) nutzen die tiefen Blüten als Energiequelle. Besonders hervorzuheben ist die Große Salbei-Schmalbiene (Lasioglossum costulatum), die fast ausschließlich auf diese Art angewiesen ist. Im Winter dienen die stehengelassenen Samenstände zudem als Nahrung für Vögel, die die kleinen Nüsschen aus den Kelchen picken.
Der Wiesen-Salbei gilt laut Datenbank nicht als kindersicher und sollte daher nicht verzehrt werden. Es besteht jedoch keine Verwechslungsgefahr mit stark giftigen heimischen Arten. Im Gegensatz zum Echten Salbei (Salvia officinalis) spielt er in der Küche keine Rolle und sollte rein als Zier- und Ökopflanze betrachtet werden.
Licht
Sonne
Feuchtigkeit
Trocken
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Apr – Jul
Bodenreaktion
Basisch / Kalkhold
Bioregion
Continental
Wuchsform
Krautige Pflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
0.48 m
Wähle einen vollsonnigen Standort für den Wiesen-Salbei aus.
Der Boden sollte trocken bis frisch und gut durchlässig sein, da die Pflanze keine Staunässe (Ansammlung von Wasser im Boden) verträgt.
Als Mittelzehrer (Pflanze mit mäßigem Nährstoffbedarf) kommt er mit normalem Gartenboden ohne zusätzliche Düngung gut zurecht.
Pflanze ihn bevorzugt zwischen März und Mai oder im Herbst von September bis Ende November, solange der Boden offen ist.
Ein Rückschnitt nach der ersten Blüte im Juli fördert oft einen zweiten Blütenflor im Spätsommer.
Die Vermehrung gelingt einfach durch Aussaat oder durch Teilung der Horste (dicht gewachsene Pflanzenbüschel) im Frühjahr.
Lass die verblühten Stängel über den Winter stehen, um Insekten einen Unterschlupf zu bieten.
Gute Partnerin: Die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) - beide teilen ähnliche Standortansprüche und ergänzen sich hervorragend in ihrer ökologischen Funktion für Wildbienen.
Der Wiesen-Salbei gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist eine ausdauernde, krautige Pflanze. Er ist in weiten Teilen Mitteleuropas indigen (einheimisch) und besiedelt bevorzugt sonnige Halbtrockenrasen (trockenheitsliebende Grasländer auf kalkhaltigem Boden). Ein markantes Merkmal ist der Hebelmechanismus der Blüte, der den Pollen beim Eindringen eines Insekts präzise auf dessen Rücken überträgt. Als Archäophyt (eine Pflanze, die bereits vor 1492 ohne menschliches Zutun oder durch frühen Ackerbau zu uns kam) ist er hervorragend an die hiesigen Klimabedingungen angepasst.
3 Videos zu Wiesen-Salbei



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70 Arten interagieren mit dieser Pflanze
2 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_604975387
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