Bild folgtKI-generierte IllustrationLonicera periclymenum
Auch bekannt als: Waldgeißblatt, Wald-Geissblatt, Wald-Geißblatt, Wildes Geißblatt, Wald-Heckenkirsche, Wildes Geissblatt, Deutsches Geissblatt, Waldgeissblatt
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Arten
interagieren
163
Interaktionen
dokumentiert
36
Wirtsbeziehungen
Arten
Schon von weitem fällt das Deutsche Geißblatt durch seine röhrenförmigen, gelblich-weißen Blüten auf, die besonders in den Abendstunden einen intensiven Duft verströmen. Diese heimische Kletterpflanze ist ein unverzichtbarer Baustein für einen lebendigen Garten, da sie spezialisierten Arten wie der Gartenhummel (Bombus hortorum) reichlich Energie bietet. Auch seltene Falter wie der Goldene Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) sind auf sie als Kinderstube für ihre Raupen angewiesen. Die Pflanze schlingt sich elegant an Zäunen empor und bringt vertikale Struktur in halbschattige Ecken. Wenn du eine Kletterkünstlerin suchst, die ökologisch wertvoll und optisch reizvoll ist, liegst du hier genau richtig. So schaffst du ein kleines Paradies für Nachtfalter und Vögel direkt vor deinem Fenster.
Duftende Kletterkünstlerin: Die Nektar-Tankstelle für seltene Hummeln und Falter.
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Nach aktuellen Bestäubungsdaten ist das Geißblatt eine herausragende Ressource: Mit einem Nektarvolumen von 3,669 µl (Mikroliter) pro Blüte bietet es eine enorme Energiemenge. Da die Kronröhrentiefe (der röhrenförmige Teil der Blüte) 7,0 mm beträgt, profitieren vor allem langrüsselige Arten wie die Feldhummel (Bombus ruderatus) und die Gartenhummel (Bombus hortorum). Für die Raupen des Goldenen Scheckenfalters (Euphydryas aurinia) und des Nachtschwalbenschwanzes (Ourapteryx sambucaria) stellt die Pflanze die lebensnotwendige Nahrungsgrundlage dar. Auch der Fliederspanner (Apeira syringaria) nutzt sie zur Fortpflanzung. Im Spätsommer dienen die Früchte Vögeln wie der Wacholderdrossel (Turdus pilaris) und dem Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) als wichtige Stärkung.
Das Deutsche Geißblatt ist nicht kindersicher, da alle Pflanzenteile, insbesondere die roten Beeren, giftig sind. In Gärten, in denen kleine Kinder spielen, ist daher Vorsicht geboten. Eine Verwechslungsgefahr mit essbaren Wildfrüchten besteht kaum, wenn man auf die typische kletternde Wuchsform achtet.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Mittelzehrer (Normaler Boden)
Blütezeit
Jun – Jul
Bodenreaktion
Sauer (Säurezeiger)
Bioregion
Continental
Wuchsform
Kletterpflanze
Verholzung
Halbverholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
3.89 m
Kronröhre
7 mm
Nektar
3.669 µl/Blüte
Wähle einen Standort im Halbschatten (Plätze mit mäßigem Licht ohne pralle Mittagssonne).
Der Boden sollte frisch (mäßig feucht) und als Mittelzehrer (Boden mit normalem Nährstoffgehalt) beschaffen sein.
Achte darauf, dass die Erde gleichmäßig feucht bleibt, da das Geißblatt keine längere Trockenheit mag.
Die ideale Pflanzzeit liegt im Frühjahr zwischen März und Mai oder im Herbst von September bis November, solange der Boden offen ist.
Biete der Pflanze eine stabile Rankhilfe oder einen Zaun, an dem sie ihre Triebe emporwinden kann.
Da das Geißblatt eine AM-Mykorrhiza (eine nützliche Lebensgemeinschaft zwischen Wurzeln und arbuskulären Pilzen) eingeht, solltest du auf chemische Bodenmittel verzichten.
Ein starker Rückschnitt ist meist nicht nötig, kann aber im Februar erfolgen, um die Pflanze zu verjüngen.
Dünger ist in normalem Gartenboden kaum erforderlich; eine Gabe Kompost im Frühjahr genügt.
Als heimische Begleitpflanze eignet sich der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) hervorragend.
Diese Kombination ist ökologisch wertvoll, da beide Arten ähnliche Ansprüche an Boden und Licht haben und gemeinsam eine dichte, vogelfreundliche Hecke bilden.
Das Deutsche Geißblatt (Lonicera periclymenum) gehört zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) innerhalb der Ordnung der Kardenartigen (Dipsacales). Als indigene (ursprünglich heimische) Art ist es in ganz Mitteleuropa, von Deutschland bis in die Schweiz, weit verbreitet. Man findet die Pflanze typischerweise in lichten Wäldern, an Waldrändern oder in Hecken auf frischen Böden. Botanisch gesehen handelt es sich um eine Liane (eine verholzende Kletterpflanze), deren gegenständige Blätter im Gegensatz zu verwandten Arten nicht mit dem Stängel verwachsen sind. Die Blüten sind zygomorph (spiegelsymmetrisch aufgebaut) und perfekt an die Bestäubung durch Insekten angepasst.
40 Arten interagieren mit dieser Pflanze
36 Arten nutzen diese Pflanze als Wirt
45 weitere Arten besuchen die Blüten
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•FloRes_2022
•FloRes Database — Takkis et al. (2018), DOI: 10.1371/journal.pone.0202501 (CC0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•Global Spectrum — Díaz et al. (2016), DOI: 10.1038/nature16489 (CC BY)
Alle Daten sind CC BY 4.0 oder kompatibel lizenziert. Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →