
Solanum dulcamara
Auch bekannt als: Bittersüss, Pissranken, Stinkteufel, Mausholz, Saurebe, Teufelsklatten, Mäuseholz, Wasserranke, Bittersüß-Nachtschatten, morelle douce-amère, Hundbeere, Natternholz, Rote Hundsbeere, Waldnachtschatten, Bittersüß
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Arten
interagieren
108
Interaktionen
dokumentiert
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Wirtsbeziehungen
Arten
An seinen zurückgeschlagenen violetten Blütenblättern mit dem leuchtend gelben Kegel in der Mitte lässt sich der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara) sofort erkennen. Diese heimische Kletterpflanze ist ein ökologischer Gewinn für feuchtere Gartenbereiche, da sie besonders im Spätsommer eine wichtige Nahrungsquelle bietet. Während die Beeren für uns Menschen tabu sind, werden sie von Vögeln wie der Wacholderdrossel (Turdus pilaris) oder dem Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) gezielt aufgesucht. Wenn du eine naturnahe Ecke mit ausreichend Feuchtigkeit hast, ist diese Art eine wunderbare Wahl, um Wildtiere direkt vor dem Fenster zu beobachten. Hol dir dieses Stück Wildnis in den Garten, es lohnt sich für die Artenvielfalt.
Farbenfrohe Kletterkünstlerin: Die rote Beerenbar für Gartenrotschwanz und Kleiber.
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Nach aktuellen Bestäubungs- und Beobachtungsdaten ist der Bittersüße Nachtschatten eine wertvolle Futterpflanze für die heimische Vogelwelt. Besonders die Wacholderdrossel (Turdus pilaris) und der Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) nutzen die Beeren als Energielieferanten. Auch die Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) und der Kleiber (Sitta europaea) zählen zu den regelmäßigen Besuchern. Die Samen sind mit einem Diasporengewicht von 1,489 mg sehr leicht, was eine Fernausbreitung durch Wind oder Tiere ermöglicht. Da die Pflanze von Juni bis August blüht, schließt sie eine wichtige Lücke im Nahrungsangebot des Hochsommers. Insekten nutzen die Pollenressourcen der markanten gelben Staubbeutelkegel durch Vibrationsbestäubung.
Die Pflanze ist in allen Teilen giftig, wobei die unreifen Beeren und das Kraut besonders hohe Konzentrationen an Alkaloiden (Solanin, Solasodine) enthalten. Eine Vergiftung erfolgt durch Einnahme; daher ist die Pflanze nicht kindersicher. Im Notfall kontaktiere bitte den Giftnotruf unter 0228 19 240.
Licht
Halbschatten
Feuchtigkeit
Frisch (Mäßig feucht)
Boden
Starkzehrer (Nährstoffreicher/Fetter Boden)
Blütezeit
Jun – Aug
Bodenreaktion
Mäßig sauer bis neutral
Bioregion
Continental
Wuchsform
Kletterpflanze
Verholzung
Nicht verholzt
Blatttyp
Breitblättrig
Pflanzenhöhe
1.012 m
Morphologische Merkmale: TRY ID3 (CC BY 3.0) & TRY ID81 (CC BY)
Wähle einen Platz im Halbschatten oder in der Sonne, wobei die Pflanze laut Lichtwert 7 hell stehen möchte, aber keine austrocknende Hitze verträgt.
Der Boden sollte idealerweise feucht sein (Feuchtewert 9), ein Standort am Teichrand oder an einer sickerfeuchten Stelle ist perfekt.
Da es sich um einen Starkzehrer (Nährstoffreicher/Fetter Boden) handelt, solltest du den Boden vor der Pflanzung mit reifem Kompost anreichern.
Halte die exakte Wuchshöhe von 1.01 m im Blick; die Pflanze benötigt ein leichtes Rankgerüst oder kräftige Nachbarstauden als Stütze.
Pflanzzeit ist im Frühling (März bis Mai) oder im Herbst (September bis November), sofern der Boden nicht gefroren ist.
Ein Rückschnitt ist nicht zwingend erforderlich, kann aber im Spätwinter erfolgen, um den Neuaustrieb zu fördern.
Die Vermehrung erfolgt oft von selbst über das leichte Diasporengewicht (Samen für Fernausbreitung).
Gute Partnerin: Die Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) – beide teilen die Vorliebe für nasse Füße und bilden zusammen ein schönes Bild am Wasserrand.
Der Bittersüße Nachtschatten gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und zur Ordnung der Nachtschattenartigen (Solanales). In Mitteleuropa ist er weit verbreitet und besiedelt bevorzugt feuchte Standorte wie Erlenbruchwälder (sumpfige Wälder) oder Ufersäume. Morphologisch auffällig ist sein Wuchs als nicht verholzte Kletterpflanze, die ihre eiförmigen bis herzförmigen Blätter an anderen Gewächsen emporreckt. Mit einer Blattfläche von etwa 1408,31 mm² fängt die Pflanze auch im Halbschatten genügend Licht ein, um ihre charakteristischen, farbenfrohen Beeren auszubilden.
26 Arten interagieren mit dieser Pflanze
42 weitere Arten besuchen die Blüten
•DoPI - Database of Pollinator Interactions (UK)
•EuPPollNet (Zenodo 10.5281/zenodo.14747448)
•Interaktionsdaten via GloBI (CC-BY 4.0)
•Cook et al. (2025) UK Butterfly & Moth Traits (DOI: 10.5285/dbc7cc17-cbbd-49dd-bab4-8e8855768d66)
•Baden-Böhm F, App M, Thiele J (2022) — The FloRes Database: A floral resources trait database for pollinator habitat-assessment generated by a multistep workflow. Johann Heinrich von Thünen-Institut, Dryad, DOI: 10.5061/dryad.djh9w0w29 (CC0)
•FloraWeb / BfN
•EIVE 1.0 — Dengler et al. (2023), DOI: 10.3897/VCS.98324 (CC BY 4.0)
•GBIF Backbone Taxonomy — GBIF Secretariat (2024), DOI: 10.15468/39omei (CC BY 4.0)
•TRY Categorical Traits (ID3) — Kattge et al. (2012), DOI: 10.17871/TRY.3 (CC BY 3.0)
•TRY Global Spectrum (ID81) — Díaz et al. (2016/2021), DOI: 10.17871/TRY.81 (CC BY)
•Govaerts R et al. (2025) — World Checklist of Vascular Plants (WCVP) v14. Royal Botanic Gardens, Kew. DOI: 10.34885/xs7h-ze42 (CC BY 4.0)
•Foto: © Adobe Stock / AdobeStock_1900008072
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